Siemens und P&G rollen KI-Qualitätsprüfung weltweit aus
Der deutsche Technologiekonzern Siemens und der US-Konsumgüterhersteller Procter & Gamble weiten eine KI-basierte Qualitätsprüfung auf P&G-Fertigungsstandorte weltweit aus. Das geht aus einer Siemens-Mitteilung vom 16. September hervor. Das System soll Produkte während der laufenden Fertigung prüfen und die Ergebnisse in unmittelbarer Nähe der Produktionsanlage verarbeiten. Damit wollen die Partner die Qualitätskontrolle über weitere Produktionslinien und Werke hinweg skalieren.
KI prüft Produkte direkt an der Fertigungslinie
Siemens und P&G nutzen für die KI-basierte Qualitätsprüfung das gemeinsam entwickelte Visual Inspection Cockpit. Darin kommen Deep-Learning-Modelle von P&G und Siemens Industrial Edge gemeinsam zum Einsatz. Industrielle PCs mit Nvidia-GPUs sowie weitere KI-Hardware und -Software übernehmen die Verarbeitung an den Produktionslinien. Das System soll auch bei voller Anlagengeschwindigkeit eine umfassende Inspektion ermöglichen.
Erkennt das System Fehler, kann es der Mitteilung zufolge Warnungen auslösen oder betroffene Produkte aus der Linie ausschleusen. Produktionsmitarbeiter können die Qualitätsdaten über längere Zeiträume analysieren. Anders als klassische Bildverarbeitung soll das System auch bei wechselnden Materialien, Verpackungsdesigns und Produktionsbedingungen zuverlässig prüfen.
Weniger Ausschuss, mehr Tempo beim Rollout
Die neue Qualitätsprüfung soll die Produktqualität verbessern, Ausschuss verringern und sich schneller auf weitere Fertigungsstandorte übertragen lassen. P&G hat den Ausschuss mit dem System je nach Produkt nach eigenen Angaben bereits um 10 bis 20 Prozent reduziert. Neue Installationen lassen sich laut Siemens fünf- bis zehnmal schneller in Betrieb nehmen als individuell entwickelte klassische Bildverarbeitungssysteme.
Rainer Brehm, COO für Automatisierung und CTO bei Siemens Digital Industries, sagte: „Unsere Fähigkeiten in den Bereichen industrielle KI und Industrial Edge liefern genau das, was eine Produktion bei höchster Geschwindigkeit benötigt: eine vollständige Inspektion für Tausende von Produkten pro Minute, die sich von einer einzelnen Produktionslinie bis hin zu einem globalen Fertigungsnetzwerk skalieren lässt. Diese Zusammenarbeit zeigt, was wir meinen, wenn wir sagen, wir machen industrielle KI real.“
Paul Thomas, Director of Machine Vision and Applied AI bei Procter & Gamble, erklärte: „Wir haben diese Lösung entwickelt, um eine Vielzahl von Herausforderungen zu lösen, die herkömmliche Bildverarbeitungssysteme bislang nicht lösen konnten: die präzise Erkennung überlappender Komponenten, die Feinheit kontrastarmer Fehler, die Komplexität stark dekorierter Produkte und Verpackungen und die enge zeitliche Abstimmung.“


