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RI-factory-Cottbus
© IHP GmbH
Elektronikproduktion |

R+I Factory für KI und Mikroelektronik startet in Cottbus

In Cottbus hat die Research and Innovation Factory AI & Microelectronics ihre Arbeit aufgenommen. Das geht aus einer Mitteilung des Fraunhofer IPMS vom 16. September hervor. Sieben Partner aus Forschung und Industrie, darunter das Fraunhofer IPMS, tragen die Initiative gemeinsam. Bis Anfang 2030 arbeiten sie an einer Plattform für energieeffiziente, verteilte KI-Verarbeitung.

Dezentrale KI-Verarbeitung direkt am Edge

Den Auftakt der R+I Factory bildet das Modul AI-DISCO unter Federführung des Leibniz-Instituts für innovative Mikroelektronik (IHP). Die Partner erforschen laut Mitteilung Edge-Knoten, die Sensordaten direkt dort auswerten sollen, wo sie entstehen. Dafür untersuchen sie unter anderem neuromorphe Schaltungen, deren Funktionsweise sich an Prinzipien aus der Neurobiologie orientiert. Auch föderiertes Lernen gehört nach Angaben des Fraunhofer IPMS zum Forschungsprogramm: Die Cloud soll die einzelnen Knoten vortrainieren, ohne sämtliche Sensordaten zentral einzusammeln. Sicherheit und Ausfallsicherheit der verteilten Systeme spielen ebenfalls eine Rolle.

Der Mitteilung zufolge soll die Technik unter anderem in Industrie- und Energiesystemen erprobt werden. Räumlich verteilte Sensoren könnten etwa Abweichungen im Betrieb von Wind- und Solaranlagen früher erkennen, ohne dass alle Messdaten in ein Rechenzentrum wandern. Die Partner untersuchen zudem Anwendungen in der 6G-Kommunikation, der Medizintechnik und in kritischen Infrastrukturen.

Gerhard Kahmen, Wissenschaftlich-Technischer Geschäftsführer des IHP, erklärte: „Mikroelektronik und Künstliche Intelligenz zusammenzubringen, eröffnet Anwendungen, die keine der beiden Disziplinen einzeln erreicht, in der Fertigung, in Edge-Cloud-Systemen, im Chipentwurf selbst.“

Schnellere Verarbeitung bei geringerem Datenaufwand

Die dezentrale Verarbeitung soll vermeiden, dass große Mengen an Sensordaten zunächst in ein Rechenzentrum übertragen werden müssen. Nach Angaben des Fraunhofer IPMS verkürzt das die Reaktionszeiten und reduziert den Kommunikationsaufwand. Da viele Edge-Knoten mit Batterien arbeiten, ist ein möglichst geringer Energieverbrauch besonders wichtig. Mit der R+I Factory wollen die Partner außerdem die Kompetenzen in KI und Mikroelektronik am Standort Cottbus ausbauen.

Für AI-DISCO stellt das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt 15 Millionen Euro aus dem Strukturstärkungsgesetz bereit. Die Federführung übernimmt das Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik (IHP). Zum Verbund gehören außerdem die BTU Cottbus-Senftenberg, das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), das Fraunhofer IPMS, das Leibniz-Institut für Neurobiologie sowie ABB und ENERTRAG. Die Arbeiten starteten im Februar 2026 und laufen bis Anfang 2030.

 


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