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© Siemens Healthineers
Elektronikproduktion |

Siemens Healthineers eröffnet Halbleiterfabrik für CdTe-Sensoren in Forchheim

Der deutsche Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers hat in Forchheim eine Halbleiterfabrik für Cadmiumtellurid-Sensoren eröffnet und rund 100 Millionen Euro in Bau und technische Ausstattung investiert. Das geht aus einer Pressemitteilung des Unternehmens vom 11. September hervor. In der rund 100 Millionen Euro teuren Fab will Siemens Healthineers CdTe-Sensoren für photonenzählende Computertomographen fertigen. Mit dem neuen Standort erweitert das Unternehmen seine bisherige Produktion in Japan um eine zweite Fertigungsbasis.

9.500 Quadratmeter für CdTe-Sensorfertigung

Mit der Eröffnung nimmt Siemens Healthineers in Forchheim einen zweiten Standort für die vollständige Fertigung von CdTe-Sensoren in Betrieb. Auf rund 9.500 Quadratmetern will das Unternehmen große Mengen hochreinen Cadmiums und Tellurs verarbeiten. Ein wesentlicher Teil der Produktion ist die Kristallzucht: Laut Mitteilung verschmelzen Cadmium und Tellur bei rund 1.100 Grad Celsius, bevor daraus über etwa zehn Wochen Einkristalle wachsen. Für die Fertigung beschichtet Siemens Healthineers Quarzteile mit Graphit und stellt Keim- und Polykristalle her.

Auch die weitere Bearbeitung der Kristalle übernimmt die neue Fab. Fertigungsteams schneiden und polieren sie nach Unternehmensangaben submillimetergenau. Im Reinraum wird anschließend lithografisch die Pixelstruktur aufgebracht. Die fertigen Sensoren sollen danach in der CT-Fertigung des Unternehmens zum Einsatz kommen.

Mehr Kapazität für photonenzählende CT-Systeme

Die zusätzliche Fertigungskapazität in Forchheim soll die wachsende Nachfrage nach photonenzählenden Computertomographen abfedern. Die bisherige Produktionsanlage für Halbleitersensoren in Japan stößt nach Unternehmensangaben an ihre Kapazitätsgrenzen.

Uwe Rückl, Leiter CT Detectors & Crystals bei Siemens Healthineers, sagte: „Wir wollen keine Ein-Standort-Strategie in Japan verfolgen, sondern auch hier im Zentrum der CT-Entwicklung in Forchheim in der Lage sein, im industriellen Maßstab Kristalle zu fertigen. Die Sensoren herzustellen ist komplex und aufwendig, der Prozess beinhaltet viele Einzelschritte.“

Die Bauarbeiten für die Fab begannen 2023 und sind inzwischen abgeschlossen. Mit dem neuen Standort schafft Siemens Healthineers über 100 Arbeitsplätze. Insgesamt investierte das Unternehmen rund 100 Millionen Euro in Bau und technische Ausstattung. 

Einen einstelligen Millionenbetrag setzte Siemens Healthineers nach eigenen Angaben allein für die Abluft- und Abwasserreinigung ein. Auch beim Gebäudebetrieb spielte der Ressourcenverbrauch eine Rolle: Die Fab trägt eine LEED-Platin-Zertifizierung und soll CO₂-neutral arbeiten. Abwärme aus der Produktion nutzt Siemens Healthineers zum Heizen, auf dem Dach erzeugt eine Photovoltaikanlage mit 170 Kilowatt Peak Strom.


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