Neo startet Serienproduktion von Seltenerdmagneten in Estland
Der kanadische Spezialwerkstoffhersteller Neo Performance Materials hat in Estland die kommerzielle Fertigung gesinterter Seltenerdmagnete aufgenommen. Das geht aus einer Mitteilung des Unternehmens vom 14. September hervor. Erste kommerzielle Mengen aus dem neuen Werk hat Neo bereits an einen Zulieferer von Traktionsmotoren für Elektrofahrzeuge ausgeliefert. Bis Ende 2026 erwartet das Unternehmen weitere Serienstarts und plant den Ausbau der Kapazität von rund 2.000 auf etwa 5.000 Tonnen pro Jahr.
Weitere Serienanläufe bis Ende 2026
Mit dem Produktionsstart fertigt Neo nun den ersten von mehreren Aufträgen aus der Automobilindustrie in Serie. Drei Hersteller von Elektromotoren haben dem Unternehmen laut Mitteilung bereits entsprechende Aufträge erteilt; die Qualifikationsmuster dafür sind ausgeliefert. Den ersten Auftrag hat Neo bereits durch Entwicklung, Bemusterung und vollständige Automobilqualifizierung bis in die kommerzielle Fertigung geführt.
Auf diesen ersten Serienanlauf sollen bis Ende 2026 zwei bis drei weitere für Traktionsmotoren und Zubehör folgen. Für den weiteren Ausbau der Fertigung laufen nach Angaben des Unternehmens bereits Detailengineering und Anlagenplanung; Neo beschafft außerdem weitere Ausrüstung und plant die Lieferkette für die Erweiterung. Aufträge aus der Automobilindustrie erstrecken sich laut Neo üblicherweise über die Lebensdauer der jeweiligen Fahrzeugplattform. Dadurch erhält das Unternehmen über mehrere Jahre hinweg Sicht auf die erwarteten Produktionsmengen.
Rahim Suleman, Präsident und CEO von Neo Performance Materials, erklärte: „Die Aufnahme der kommerziellen Magnetproduktion in unserem europäischen Permanentmagnetwerk ist ein entscheidender Meilenstein für Neo und beweist unsere Fähigkeit, unsere Verpflichtungen gegenüber unseren Kunden und dem Markt stets zu erfüllen.“
20.000 Tonnen als langfristiges Produktionsziel
Langfristig will Neo seine weltweite Magnetproduktion auf 20.000 Tonnen pro Jahr steigern. Nach Schätzung des Unternehmens könnte dieses Volumen 10 bis 15 Prozent des prognostizierten Marktes für Seltenerd-Permanentmagnete außerhalb Chinas abdecken.
In Europa und Nordamerika rechnet Neo nach eigenen Angaben mit wachsender Nachfrage nach qualifizierter Magnetversorgung. Laut Mitteilung führt das Unternehmen bereits Gespräche mit Kunden aus Industrie, Robotik und Clean Energy. Den Standort in Estland will Neo dafür schrittweise weiter ausbauen.

