Automobilzulieferer paragon stellt Insolvenzantrag
Der deutsche Automobilzulieferer paragon hat für die Muttergesellschaft sowie zwei Tochterunternehmen Insolvenz beantragt. Betroffen sind sechs Standorte in Deutschland mit insgesamt 552 Beschäftigten. Auslöser sind nach Angaben des Unternehmens ausgebliebene Zahlungen eines Investors in Höhe von zwölf Millionen Euro.
Die paragon GmbH & Co. KGaA hat beim Amtsgericht Paderborn Insolvenzanträge für sich sowie für die Tochtergesellschaften paragon electronic GmbH und paragon movasys GmbH gestellt. Wie das Unternehmen in einer Mitteilung bekannt gab, konnte ein Investor trotz Nachfristsetzung zugesagte Finanzmittel nicht bereitstellen.
Konkret geht es um den Investor Tejascore Techsystems Inc. Paragon hatte seit Ende November 2025 mit dem Unternehmen über eine Beteiligung und Finanzierung verhandelt. Am 19. Juni 2026 wurde schließlich ein verbindliches Term Sheet unterzeichnet. Gleichzeitig sagte Tejascore ein Darlehen von zwölf Millionen Euro zu. Fünf Millionen Euro sollten bis Ende Juni und weitere sieben Millionen Euro bis Ende Juli fließen. Zusätzlich war ein weiteres Darlehen über sechs Millionen Euro auf Abruf vorgesehen.
Die zugesagten Zahlungen blieben jedoch aus. Ohne die Finanzierung könne paragon nach eigenen Angaben Verpflichtungen gegenüber seinen Lieferanten nicht erfüllen. Das Unternehmen erklärte, dass es bei planmäßiger Auszahlung der Mittel bis Ende 2028 durchfinanziert gewesen wäre.
Von der Insolvenz betroffen sind die deutschen Standorte in Delbrück, Suhl, Landsberg am Lech, Limbach, Nürnberg und St. Georgen. Insgesamt geht es um 552 Arbeitsplätze, darunter 21 Auszubildende und Praktikanten. Die ausländischen Tochtergesellschaften in Kroatien und China sind nach Angaben von paragon nicht von den Insolvenzanträgen betroffen.
Trotz der finanziellen Schwierigkeiten betont paragon, operativ profitabel zu sein. In den vergangenen Jahren habe das Unternehmen seine Verschuldung um mehr als 64 Prozent reduziert und trotz rückläufiger Umsätze seine Ergebnisse verbessert. Zudem verweist der Automobilzulieferer auf einen hohen Auftragsbestand und seine Kundenbeziehungen zu zahlreichen Automobilherstellern.
„Ich habe bereits durch finanzielle Beiträge und Verzichte in Millionenhöhe versucht, die Situation in den Griff zu bekommen. Ich bin extrem enttäuscht von dem potenziellen Partner, der am Ende nur leere Versprechungen gemacht hat“, sagt Klaus Dieter Frers, Gründer von paragon.
Die Geschäftsführung geht davon aus, dass der Geschäftsbetrieb nach der Bestellung eines vorläufigen Insolvenzverwalters fortgeführt werden kann. Löhne und Gehälter sollen zunächst über das Insolvenzgeld abgesichert werden.
Paragon entwickelt und produziert Lösungen für Automobilelektronik, Karosserie-Kinematik und Elektromobilität. Zum Elektronikportfolio gehören unter anderem Systeme für das Luftqualitätsmanagement, Displays und Akustiklösungen. Im Bereich Elektromobilität bietet das Unternehmen Batteriemanagementsysteme und Antriebsbatterien an.




