Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Taichung
© micron technlogy
Elektronikproduktion |

Micron droht in Taiwan Streik wegen Streit um Bonuszahlungen

Gewerkschaften, die fast zwei Drittel der Micron-Beschäftigten in Taiwan vertreten, drohen mit einem Streik, sollte der US-Speicherchiphersteller die Verteilung seiner Gewinne an die Mitarbeiter nicht ändern, berichtet Reuters. Mehr als 80 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder, die im August an einer internen Umfrage teilnahmen, sprachen sich für einen Streik aus.

Die Gewerkschaften vertreten Beschäftigte in Taoyuan und Taichung und zählen rund 10.000 Mitglieder unter den etwa 15.000 Micron-Mitarbeitern in den beiden Städten. Für das Geschäftsjahr 2026 fordern sie zusätzlich zum bestehenden System eine einmalige Bonuszahlung. Sie argumentieren, dass Microns derzeitiger Incentive Pay Plan (IPP) die Profitabilität des Unternehmens nicht angemessen widerspiegele.

Ab dem Geschäftsjahr 2027 soll der IPP nach den Vorstellungen der Gewerkschaften durch ein neues Modell ersetzt werden. Dieses soll 15 Prozent des operativen Gewinns für Bonuszahlungen vorsehen, die vierteljährlich statt jährlich ausgeschüttet werden, berichtet Reuters.

Micron erklärte, dass die diesjährige leistungsabhängige Bonuszahlung die höchste in der Geschichte des Unternehmens sein werde. Die Vergütungsstruktur des Unternehmens, die Grundgehalt, jährliche Leistungsanreize, operative Boni und Aktienprogramme umfasst, unterscheide sich von dem von den Gewerkschaften geforderten Gewinnbeteiligungsmodell.

Der Konflikt kommt zu einem sensiblen Zeitpunkt. Taiwan ist Microns größter Produktionsstandort. Das Unternehmen hat dort 1,4 Billionen NTD, umgerechnet rund 43,9 Milliarden US-Dollar, investiert und produziert auf der Insel unter anderem DRAM- und High-Bandwidth-Memory-Chips (HBM).

Ein Streik könnte die Chipversorgung zu einem Zeitpunkt beeinträchtigen, an dem die durch KI getriebene Nachfrage nach Speicherchips das weltweite Angebot verknappt und die Gewinne in der Branche steigen lässt. Micron meldete für sein drittes Quartal einen Rekordumsatz von 41,46 Milliarden US-Dollar und einen Nettogewinn von 28,24 Milliarden US-Dollar.

Der Konflikt weist Parallelen zu den Entwicklungen bei Samsung in Südkorea Anfang dieses Jahres auf. Dort wurde ein geplanter 18-tägiger Streik nach Verhandlungen in letzter Minute abgesagt. Die Parteien einigten sich auf einen Sonderbonuspool in Höhe von 10,5 Prozent des operativen Gewinns der Chipsparte.

Die taiwanischen Gewerkschaften verweisen zudem auf die Gewinnbeteiligungsmodelle bei Samsung und SK Hynix. Ihrer Ansicht nach hat sich dadurch die Vergütungslücke zwischen Microns Beschäftigten in Taiwan und ihren Kollegen bei den südkoreanischen Speicherchipherstellern vergrößert.


Anzeige
Anzeige
Weitere Nachrichten
© 2026 Evertiq AB 2026.09.08 19:25 V31.14.2-2
Anzeige
Anzeige