Volkswagen plant Verkauf des Werks Osnabrück an Aurelius und Niedersachsen
Der deutsche Autokonzern Volkswagen bereitet den Verkauf seines Osnabrücker Werks an Aurelius Capital und das Land Niedersachsen vor. Das geht aus einer Pressemitteilung des Konzerns vom 7. September hervor. Aurelius soll künftig die Mehrheit an der Volkswagen Osnabrück GmbH halten. Nach dem Ende der Fahrzeugfertigung ist für den Standort ein Wechsel in die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie vorgesehen.
Luftverteidigung als erstes Industrieprojekt
Einen ersten konkreten Einsatz für die Osnabrücker Fertigung verfolgen Aurelius und Niedersachsen gemeinsam mit dem israelischen Rüstungskonzern Rafael Advanced Defense Systems. Geprüft wird die Produktion von Systemen und Komponenten für Luftverteidigungslösungen, die für Deutschland und weitere europäische Märkte bestimmt sind. Rafael soll dafür seine Erfahrung mit entsprechender Verteidigungstechnik nutzen. Die Beschäftigten am Standort würden sich insbesondere am Aufbau der Produktion und an deren Industrialisierung beteiligen.
Das Projekt mit Rafael soll den Auftakt für weitere industrielle Kooperationen unter den künftigen Eigentümern bilden. Für Osnabrück eröffnet sich damit nach dem Auslaufen des bisherigen Fahrzeuggeschäfts ein neues Tätigkeitsfeld. Der Standort ist bislang auf Kleinserien und Spezialfahrzeuge ausgerichtet und verfügt laut Volkswagen über Fertigungsstrukturen sowie Erfahrung in Produktion, Qualität und Industrialisierung, die für neue Industrieprojekte genutzt werden sollen.
Tomer Jacob, Managing Director von Aurelius, sagte: „Osnabrück bringt etwas mit, das man nicht aufbauen kann: langjährige Erfahrung bei anspruchsvollen Produkten, präzise Fertigungsabläufe und hohe Qualität, eingespielte Teams und eine starke Tradition. Gleichzeitig eröffnet sich die Möglichkeit, neue Technologien und neue Geschäftsfelder an den Standort zu holen. Die heutige Vereinbarung ist deshalb ein wichtiger Schritt.“
Perspektive für über 1.200 Beschäftigte
Volkswagen hatte bereits 2024 beschlossen, die Fahrzeugfertigung in Osnabrück im Sommer 2027 zu beenden. Bis zum geplanten Eigentümerwechsel will der Konzern den Übergang begleiten und dabei sein Entwicklungs- und Industrialisierungswissen sowie die vorhandene Infrastruktur zur Verfügung stellen. Das erklärte Ziel der Beteiligten ist, den Standort langfristig zu erhalten und einen großen Teil der Arbeitsplätze zu sichern.
Daniela Cavallo, Vorsitzende des Konzern- und Gesamtbetriebsrats der Volkswagen AG, erklärte: „Wir haben einen wichtigen Meilenstein für unsere Kolleginnen und Kollegen in Osnabrück erreicht. Mehr als 1.200 Menschen erhalten eine Perspektive an ihrem Standort. Darauf hat die Belegschaft vor Ort in den vergangenen zwei Jahren mit Hochdruck hingearbeitet.“
Für die übrige Stammbelegschaft sucht die Arbeitnehmerseite nach Angaben Cavallos weiter nach einer Lösung am Standort. Bis zur Übernahme sind laut Mitteilung allerdings noch mehrere Punkte offen. Die Beteiligten müssen unter anderem festlegen, wie Verantwortlichkeiten verteilt und die künftige Gesellschaft wirtschaftlich sowie organisatorisch gestaltet werden soll. Der Abschluss hängt außerdem von endgültigen Vereinbarungen, den erforderlichen Gremienentscheidungen und behördlichen Prüfungen ab.
Weitere Angaben zu den geplanten Aktivitäten, zum Zeitplan und zur Beschäftigungsperspektive sollen folgen, wenn belastbare Ergebnisse feststehen.




