Chinesisches Gericht friert Nexperia-Vermögenswerte im Wert von 274 Millionen Euro ein
Ein chinesisches Gericht hat das Einfrieren von Beteiligungen an fünf Nexperia-Tochtergesellschaften in China im Wert von rund 2,14 Milliarden Yuan beziehungsweise etwa 274 Millionen Euro angeordnet. Die Maßnahme wurde von Wingtech, der chinesischen Muttergesellschaft von Nexperia, im Zusammenhang mit einer laufenden Klage über Schadenersatz in Höhe von 8 Milliarden Yuan erwirkt.
Das Intermediate People's Court in Dongguan in der Provinz Guangdong erließ die Sicherungsanordnung am 28. August. Eingefroren wurden die Beteiligungen von Nexperia B.V. an vier chinesischen Gesellschaften sowie die Beteiligung von ITEC B.V. an einer fünften Gesellschaft. Laut einer von Wingtech veröffentlichten Mitteilung bleiben die Beteiligungen bis August 2029 eingefroren.
Die zugrunde liegende Klage wurde im Mai 2026 eingereicht und richtet sich gegen Nexperia B.V., ITEC B.V. sowie drei Mitglieder der Geschäftsführung von Nexperia. Wingtech wirft den Beklagten vor, rechtswidrig diskriminierende Beschränkungsmaßnahmen umgesetzt zu haben, die dem Unternehmen irreparable Verluste verursacht hätten.
Nexperia spielte die Bedeutung der gerichtlichen Anordnung in einer eigenen Stellungnahme herunter. Die betroffenen Gesellschaften seien bereits seit Oktober 2025 außerhalb der Governance-Strukturen von Nexperia tätig und spielten für das aktuelle operative Geschäft des Unternehmens keine Rolle.
„Anordnungen zur Vermögenssicherung dieser Art sind ein routinemäßiger Verfahrensschritt in chinesischen Zivilverfahren, werden häufig ohne größere Hürden erlassen und stellen keine Entscheidung über die Begründetheit der zugrunde liegenden Ansprüche dar“, erklärte das Unternehmen.
Wie bereits berichtet, beruft sich die Klage auf Chinas Anti-Foreign Sanctions Law. Dieses ermöglicht es chinesischen Unternehmen, gegen Maßnahmen vorzugehen, die sie als unrechtmäßige ausländische Einmischung betrachten.
Nexperia hatte zuvor erklärt, seine Produktionskapazitäten in Malaysia und auf den Philippinen auszubauen und Partnerschaften außerhalb Chinas zu erweitern. Damit will der Halbleiterhersteller die Widerstandsfähigkeit seiner Lieferkette stärken und eine geografisch ausgewogenere Produktionsstruktur schaffen.





