Scanfil automatisiert Elektroniktests im deutschen Werk
Der finnische EMS-Dienstleister Scanfil hat an seinem Produktionsstandort in Wutha eine vollautomatisierte Testzelle in Betrieb genommen. Die Lösung kombiniert Robotik und Prozesssteuerung, um das Testen und Sortieren elektronischer Baugruppen zu automatisieren.
Die automatisierte Testzelle wurde gemeinsam mit dem Industrial-Engineering-Team von Scanfil entwickelt. Sie soll manuelle Eingriffe in den Testprozess reduzieren und gleichzeitig die Rückverfolgbarkeit sowie die Prozessstabilität verbessern.
Ein kollaborativer Roboter, ein sogenannter Cobot, übernimmt dabei die Handhabung der Panels während des gesamten Testprozesses. Er entnimmt die Panels aus einem Magazin, setzt sie in die Testvorrichtung ein und startet anschließend automatisch den Testzyklus.
Die Testergebnisse werden an die Steuerung der Testzelle übertragen, die die geprüften Leiterplatten anschließend automatisch sortiert. Fehlerhafte Boards werden identifiziert, gekennzeichnet und einem separaten Magazin für die Nachbearbeitung zugeführt. Erfolgreich geprüfte Boards gelangen in ein anderes Magazin.
Nach Angaben von Scanfil kann das System über längere Zeiträume selbstständig arbeiten. Bedienpersonal wird lediglich benötigt, um die Magazine zu Beginn oder am Ende einer Schicht zu be- beziehungsweise entladen. Tests und Sortierung können damit ohne direkte Beteiligung eines Mitarbeiters weiterlaufen.
Scanfil bezeichnet die Lösung als Grundlage für eine sogenannte „Black Shift“-Produktion, bei der Fertigungsanlagen auch ohne direkte Anwesenheit von Bedienpersonal weiterarbeiten können.
Mit der Automatisierung will das Unternehmen den Durchsatz erhöhen, die Prozessstabilität verbessern und die Betriebskosten senken, ohne dabei Abstriche bei der Qualität zu machen.
Weitere Investitionen in die Automatisierung sind laut Scanfil Teil der Strategie, die betriebliche Effizienz und die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Wutha zu stärken.


