Lear stellt Produktion in Gründau ein – 180 Stellen betroffen
Der US-Automobilzulieferer Lear Corporation plant, die Produktion an seinem Standort im hessischen Gründau einzustellen und die Fertigung in die Slowakei, nach Serbien und Tunesien zu verlagern. Rund 180 Arbeitsplätze sollen wegfallen. Der schrittweise Abbau soll unmittelbar beginnen und bis Mitte 2027 abgeschlossen sein. Rund 120 Stellen im Engineering sollen laut IG Metall am Standort erhalten bleiben.
Das Werk in Gründau produziert Sitze, Lenkräder und Flächenheizsysteme sowie Sensoren und Elektronik für die Automobilindustrie. Lear hatte den Standort vor rund drei Jahren vom Familienunternehmen IG Bauerhin (IGB) übernommen. Nach Angaben des Betriebsrats war der Belegschaft damals zugesichert worden, dass die Bedingungen unverändert bleiben würden.
Zu Spitzenzeiten beschäftigte der Standort mehr als 700 Mitarbeiter. Bereits vor der nun angekündigten Produktionsverlagerung war die Zahl der Beschäftigten auf rund 300 gesunken.
Der Betriebsrat und die IG Metall haben angekündigt, gegen die Entscheidung vorzugehen. Betriebsratsvorsitzender Markus Rotter bezeichnete die Ankündigung als einen „Schlag ins Gesicht der Belegschaft“. Matthias Ebenau, Geschäftsführer der IG Metall Hanau-Fulda, verwies zudem auf einen erst im vergangenen Jahr abgeschlossenen Tarifvertrag.
Die angekündigte Schließung der Produktion erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Lear eine Verbesserung seiner Geschäftszahlen verzeichnet. Im zweiten Quartal 2026 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 6,2 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 3% gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Das operative Kernergebnis stieg gleichzeitig um 7% auf 313 Millionen US-Dollar.


