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© YASA
Elektronikproduktion |

YASA will Axialflussmotoren ohne seltene Erden entwickeln

Der britische Elektromotorenhersteller YASA arbeitet an zwei neuen Axialflussmotor-Konzepten, die mit weniger seltenen Erden auskommen sollen. Das geht aus einer Mitteilung der Mercedes-Benz-Tochter vom 11. August hervor. Damit will YASA die Risiken stark konzentrierter Lieferketten für Seltenerdmagnete reduzieren. Das Vorhaben wird von der britischen Regierung über das DRIVE35-Programm gefördert.

Weniger seltene Erden ohne Einbußen bei der Leistungsdichte

Im Rahmen von „Project Resilience“ sucht YASA nach Motorlösungen, die weniger seltene Erden benötigen und dennoch kompakt und leistungsstark bleiben. Für leistungsstarke batterieelektrische Fahrzeuge und Hybride will das Unternehmen Permanentmagnetmotoren entwickeln, die ohne schwere seltene Erden auskommen. Diese Materialien werden bislang eingesetzt, damit Permanentmagnete auch bei hohen Temperaturen und unter hoher Belastung ihre Eigenschaften behalten. YASA will darauf verzichten, ohne dafür Abstriche bei der Leistungsdichte hinzunehmen oder Motoren größer und schwerer bauen zu müssen.

Noch einen Schritt weiter will der Elektromotorenhersteller mit einem zweiten Axialflussmotor gehen, der vollständig ohne seltene Erden auskommen soll. YASA will damit Fahrzeuganwendungen bedienen, die unterschiedliche Anforderungen an Leistung und wirtschaftliche Fertigung stellen. 

Für beide Motorvarianten will das Unternehmen dieselbe Stator-Bauweise nutzen. Die unterschiedlichen Anforderungen will YASA über verschiedene Rotorlösungen abbilden. So könnte eine modulare Motorarchitektur entstehen, bei der sich der Rotor an das jeweilige Fahrzeugprogramm anpassen lässt.

Tom Hillman, Head of Motor Simulation bei YASA, erklärte: „Unterschiedliche Anwendungen erfordern unterschiedliche Abwägungen zwischen Leistung, Effizienz, Bauraum, Kosten und Produktionsvolumen. Deshalb entwickeln wir zwei sich ergänzende technologische Wege, anstatt eine einzige universelle Lösung zu verfolgen.“

Seltene Erden werden zum Lieferkettenrisiko

Die starke Abhängigkeit von seltenen Erden macht Elektromotoren zunehmend anfällig für Störungen in der Rohstoffversorgung. Viele Hochleistungsantriebe nutzen Permanentmagnete mit seltenen Erden. Deren Lieferketten konzentrieren sich jedoch auf wenige Regionen. YASA sieht darin angesichts der steigenden weltweiten Nachfrage ein wachsendes Risiko durch Exportbeschränkungen, geopolitische Spannungen, Preisschwankungen und mögliche Lieferausfälle. 

Schwere seltene Erden helfen zudem, Permanentmagnete unter hohen Temperaturen und Belastungen leistungsfähig zu halten, ihre Gewinnung und Verarbeitung kann dem Unternehmen zufolge jedoch aufwendig und CO₂-intensiv sein. Die neuen Motorlösungen sollen diese Abhängigkeit senken und Fahrzeugherstellern mehr Freiheit bei der Auswahl geeigneter Antriebskonzepte verschaffen.

Tom Hillman sagte: „Seltene Erden haben bei der Entwicklung leistungsstarker und kompakter Elektromotoren eine wichtige Rolle gespielt. Die Automobilindustrie muss sich nun jedoch auf eine Zukunft vorbereiten, in der Verfügbarkeit, Umweltauswirkungen und Versorgungssicherheit zunehmend an Bedeutung gewinnen.“

Die Förderung für Project Resilience stammt aus dem britischen Wettbewerb DRIVE35 Demonstrate. Bis 2035 stehen für das gesamte DRIVE35-Programm 4 Milliarden Pfund zur Verfügung.


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