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Elektronikproduktion |

BYD-Blade-Battery 2.0 sorgt wegen hoher Temperaturen für Diskussionen

Die neue Blade Battery 2.0 von BYD steht nach Berichten über hohe Batterietemperaturen beim Schnellladen in der Kritik. Wie CarNewsChina berichtet, hat ein chinesischer Autoblogger bei eigenen Messungen höhere Zelltemperaturen festgestellt als jene, die vom Batteriemanagementsystem (BMS) des Fahrzeugs angezeigt wurden. Der Blogger behauptet zudem, BYD habe Anzeige gegen ihn erstattet – eine Bestätigung vonseiten des Unternehmens oder der Polizei liegt bislang jedoch nicht vor.

Die Diskussion begann im Mai, als der Blogger Cai Shen Dao einen Schnellladetest durchführte. Während eines Ladevorgangs von 8 auf 97 Prozent ermittelte er mithilfe eines externen Temperatursensors eine maximale Batterietemperatur von 76,42 °C, während das BMS des Fahrzeugs rund 71 °C anzeigte.

Zur Überprüfung der Ergebnisse führte das Guolian Research Institute, das zum China National Power Battery Innovation Centre gehört, weitere Tests durch. Dabei kam ein Fang Cheng Bao Tai 3 Flash Charging Edition mit einem 78,72-kWh-Lithium-Eisenphosphat-Akku (LFP) zum Einsatz. Das Fahrzeug wurde in 8 Minuten und 32 Sekunden von 7 auf 97 Prozent geladen, wobei ein maximaler Ladestrom von rund 1.200 Ampere erreicht wurde.

Die direkt auf den Batteriezellen angebrachten Temperatursensoren registrierten eine Spitzentemperatur von 78,5 °C, während das BMS gleichzeitig etwa 70,5 °C meldete. Laut CarNewsChina erklärt sich die Differenz dadurch, dass beide Systeme an unterschiedlichen Stellen messen: Die externen Sensoren erfassen lokale Oberflächentemperaturen der Batteriezellen, während die BMS-Sensoren die Temperatur innerhalb des Batteriesystems überwachen.

Das Labor betonte, dass sich die Untersuchung ausschließlich auf das thermische Verhalten während eines einzelnen Schnellladevorgangs konzentrierte. Aussagen über die Auswirkungen wiederholter Hochstrom-Ladevorgänge auf die Lebensdauer der Batterie lassen sich daraus nicht ableiten.

Internationale Grenzwerte für die maximale Betriebstemperatur von Elektrofahrzeugbatterien existieren derzeit nicht. Sicherheitsstandards wie IEC 62660-3 orientieren sich stattdessen an den Temperaturbereichen, die von den Batterieherstellern vorgegeben werden. Mehrere Automobilhersteller überwachen zwar die Batterietemperatur und begrenzen bei Bedarf Ladeleistung oder Fahrzeugleistung, veröffentlichen die genauen Temperaturschwellen jedoch in der Regel nicht.

BYD hatte die hohen Temperaturen der Blade Battery 2.0 bereits zuvor verteidigt. Batteriechef Sun Huajun erklärte, dass 70 °C bei modernen LFP-Batterien nicht mehr als starre Obergrenze betrachtet werden sollten. Entscheidend sei vielmehr, wie sich die Temperatur tatsächlich auf die Lebensdauer der Batterie auswirke und wie sich diese durch technologische Weiterentwicklungen verbessern lasse.

Parallel dazu weitete sich die Kontroverse aus. Nach Angaben von CarNewsChina wurden die Konten des Bloggers auf mehreren chinesischen Plattformen eingeschränkt. Zudem erklärte Cai Shen Dao am 30. Juli, BYD habe ihn bei der Polizei im Shanghaier Bezirk Songjiang angezeigt. Diese Angaben wurden bislang weder von BYD noch von den Behörden öffentlich bestätigt.

Die Blade Battery 2.0 wurde im März gemeinsam mit BYDs Flash-Charging-Technologie vorgestellt. Nach Unternehmensangaben lässt sich die Batterie in fünf Minuten von 10 auf 70 Prozent und in neun Minuten auf 97 Prozent laden. Zudem plant BYD den Aufbau von 20.000 Flash-Charging-Stationen in China.


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