TrendForce erwartet 2027 Engpässe bei DRAM und Entspannung bei NAND-Flash
Das taiwanesische Marktforschungsunternehmen TrendForce erwartet 2027 anhaltende Engpässe bei DRAM. Bei NAND-Flash dürfte sich die Versorgung im Jahresverlauf hingegen spürbar verbessern. Das geht aus einer Marktanalyse des Unternehmens vom 30. Juli hervor. Vor allem KI-Server und der Ausbau von Rechenzentren stützen den Speicherbedarf. Im Endkundengeschäft bleibt die Nachfrage dagegen verhalten.
HBM und Servernachfrage verschärfen DRAM-Knappheit
TrendForce rechnet vorerst nicht mit einer Entspannung des DRAM-Marktes. Nachdem das Unternehmen für 2026 bereits eine Unterversorgung von rund ein bis zwei Prozent veranschlagt, dürfte sich die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage 2027 weiter vergrößern. Zwar bauen die Hersteller ihre Kapazitäten aus und treiben den Wechsel auf neue Fertigungsprozesse voran, doch die Produktion in zusätzlichen Fabriken dürfte erst in der zweiten Jahreshälfte 2027 nennenswert hochgefahren werden. Größere Produktionszuwächse erwartet das Marktforschungsunternehmen erst ab 2028. Erschwerend wirkt sich laut TrendForce der hohe Waferbedarf der HBM-Produktion aus, der das Wachstum des verfügbaren DRAM-Angebots zusätzlich begrenzt.
Den knappen Kapazitäten steht ein weiter wachsender Bedarf aus dem Servergeschäft gegenüber. Nach Einschätzung von TrendForce sorgen insbesondere nordamerikanische Cloud-Anbieter, neue Plattformen von Intel und AMD sowie Agentic AI für zusätzliche Nachfrage. Für die weltweiten Serverauslieferungen erwartet das Unternehmen 2027 ein höheres Wachstum als die im Jahr 2026 verzeichneten 17 Prozent. Mehr HBM pro KI-Server und neue Speicherstandards wie SOCAMM erhöhen den Bedarf je System zusätzlich. Wie stark diese Entwicklung anhält, dürfte allerdings auch von den Preisen abhängen: Anhaltend hohe Speicherkosten könnten die Investitions- und Beschaffungspläne der Cloud-Anbieter dämpfen.
Mehr NAND-Kapazität verändert Marktgleichgewicht
Im NAND-Flash-Markt dürfte sich die Versorgung 2027 deutlich lockern. Nach Angaben von TrendForce steigerten die Hersteller ihre Produktion 2026 über den Wechsel auf neue Fertigungsprozesse und konzentrierten sich verstärkt auf Enterprise-SSDs. Im kommenden Jahr soll zusätzliches Volumen aus neuen Fabriken und NAND-Produkten mit mehr Speicherschichten auf den Markt kommen. Dadurch dürfte das Angebot wesentlich kräftiger wachsen als 2026. Die Nachfrage aus Rechenzentren bleibt dennoch robust: Cloud-Anbieter und Unternehmenskunden benötigen weiterhin leistungsfähige Enterprise-SSDs, wobei QLC-SSDs laut TrendForce den größten Anteil des zusätzlichen NAND-Bedarfs ausmachen sollen.
Weniger Unterstützung kommt dagegen aus dem klassischen Endkundengeschäft. TrendForce rechnet für Smartphones und Notebooks weiterhin mit einer schwachen Nachfrage, da höhere Komponentenpreise zunehmend auf die Gerätepreise durchschlagen und Anschaffungen bremsen. Das zusätzliche Angebot trifft damit auf einen Konsummarkt ohne größere Wachstumsimpulse – und könnte den NAND-Flash-Markt 2027 näher an ein ausgeglichenes Verhältnis von Angebot und Nachfrage führen. Offen bleibt allerdings, wie stark Agentic AI den Speicherbedarf antreibt. Sollte sich die Technologie schneller durchsetzen, könnte die Nachfrage nach schnellen SSDs einen Teil der neuen Kapazitäten aufnehmen.


