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Analysen |

FBDi: Auftragseingang in deutscher Bauelemente-Distribution mehr als verdoppelt

Der Auftragseingang in der deutschen Elektronikbauelemente-Distribution ist im zweiten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 113,3 Prozent gestiegen. Das geht aus einer Marktanalyse des deutschen Distributionsverbands FBDi vom 3. August hervor. Mit einem Umsatzplus von 25,5 Prozent auf 1,0 Milliarden Euro blieb die Umsatzentwicklung deutlich hinter der Bestelldynamik zurück. Der FBDi führt die außergewöhnlich hohen Bookings vor allem auf steigende Preise und eine stärkere Bevorratung zurück.

Speicherboom und hoher Auftragsüberhang

Wie weit Umsatz und Auftragseingang auseinanderlagen, verdeutlicht das Book-to-Bill-Verhältnis von 1,54 für den Gesamtmarkt. Besonders ausgeprägt war der Auftragsüberhang im Halbleitergeschäft. Einem Umsatz von 642,4 Millionen Euro, 29,9 Prozent mehr als im Vorjahresquartal, stand laut FBDi ein Auftragseingang von 1,1 Milliarden Euro gegenüber. Die Bestellungen legten damit um 162 Prozent zu; das Book-to-Bill-Verhältnis erreichte 1,74.

Den stärksten Ausschlag verzeichnete das Speichersegment. Der Umsatz wuchs um 232,1 Prozent auf 151 Millionen Euro; die Bestellungen erreichten 373,6 Millionen Euro. Das entsprach laut Mitteilung einem Plus von 751 Prozent und einem Book-to-Bill-Verhältnis von 2,47. Im IP&E-Geschäft fiel die Entwicklung deutlich moderater aus: Der Umsatz mit Verbindungstechnik sowie passiven und elektromechanischen Bauelementen stieg um 11,8 Prozent auf 322,3 Millionen Euro, der Auftragseingang um 29,6 Prozent. Das Book-to-Bill-Verhältnis lag bei 1,21.

Bestellboom durch KI-Nachfrage und strategische Bevorratung

Hinter dem außergewöhnlichen Anstieg im Speichersegment steht laut FBDi die weltweite KI-Nachfrage. Sie bindet Produktionskapazitäten und treibt die Preise. Zusätzlich stocken Unternehmen ihre Bestände strategisch auf. Ähnliche Effekte beobachtet der Verband bei Teilen der Logikbauelemente. Das IP&E-Geschäft entwickelt sich dagegen stärker entlang der industriellen Nachfrage. Impulse kommen unter anderem aus Automatisierung, Energie und Gebäudetechnik. Bei MLCC zeigen sich laut Mitteilung jedoch bereits erste Engpässe, da auch diese Bauteile in großen Mengen für KI-Server benötigt werden.

Andreas Falke, Geschäftsführer des FBDi, sagte: „Ein großer Teil dieses Wachstums scheint somit getrieben von massiven globalen Preissteigerungen einzelner Segmente, Bestandsaufbau und nicht von realer Endnachfrage.“

Für die kommenden Quartale rechnet der Verband deshalb mit deutlichen Schwankungen. Fragile Lieferketten und geopolitische Spannungen könnten nach Einschätzung des FBDi die Planungssicherheit beeinträchtigen. Steigende Energie- und Rohstoffkosten dürften die Planung zusätzlich erschweren.


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