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Leiterplatten |

Würth Elektronik und STARTEAM GLOBAL warnen vor Engpässen bei Leiterplattenmaterialien

Der deutsche Leiterplattenhersteller Würth Elektronik und der PCB-Anbieter STARTEAM GLOBAL sehen die Versorgung mit wichtigen Basismaterialien für Leiterplatten durch den KI-Boom zunehmend unter Druck. Das geht aus einer gemeinsamen Mitteilung vom 30. Juli hervor. KI-Server benötigen den Unternehmen zufolge drei- bis fünfmal so viele Leiterplattenlagen wie herkömmliche Anwendungen und entsprechend mehr hochwertige Laminate. Dadurch sinken die verfügbaren Produktionskapazitäten für die Industrie- und Automobilbranche.

Engpässe bei zentralen PCB-Materialien

Der Versorgungsdruck erfasst inzwischen zahlreiche Materialien der Leiterplattenfertigung. Laut Mitteilung werden kupferkaschierte Laminate, Kupferfolien, Spezialharze und Prepregs zunehmend knapp, besonders die Varianten PP1080 und PP2116. Auch bei Wolframkarbid für Bohrer und Fräser sowie bei Glasgewebe verschärft sich die Lage.

Nach Angaben der Unternehmen zeigen sich die Folgen bereits in der Beschaffung: Preise steigen, Lieferfristen verlängern sich. Strengere Zuteilungen erschweren zudem eine verlässliche Planung. Da zahlreiche Kapazitäten langfristig vergeben sind, erfordern kurzfristige Bedarfsänderungen deutlich mehr Vorlauf. Der Markt entwickle sich zunehmend zu einer Allokationswirtschaft, in der Hersteller verfügbare Mengen gezielt verteilen. Unternehmen ohne stabile Lieferantenbeziehungen, belastbare Absatzprognosen oder qualifizierte Materialalternativen drohen dadurch höhere Kosten und im äußersten Fall Lieferstopps.

KI-Ausbau bindet Produktionskapazitäten

Hinter der wachsenden Materialknappheit steht den Unternehmen zufolge der Ausbau von KI-Rechenzentren und Hochleistungsrechnern. Deren komplexe Leiterplatten vervielfachen den Bedarf an hochwertigen Laminaten und beanspruchen einen wachsenden Teil der verfügbaren Fertigungskapazitäten. Für klassische Industrie- und Automobilanwendungen stehen dadurch geringere Mengen zur Verfügung. Verschärft werde die Situation durch die gleichzeitige Knappheit mehrerer Rohstoffe und Vorprodukte entlang der Lieferkette.

Die Unternehmen erwarten, dass die hohe Nachfrage mindestens bis Ende 2026 anhält oder weiter zunimmt. Bei Glasgewebe rechnen Branchenexperten laut Mitteilung sogar erst ab 2028 mit einer spürbaren Entspannung.

Angesichts der lang anhaltenden Engpässe gewinnt eine vorausschauende Beschaffung weiter an Bedeutung. Wer früh plant und geeignete Ersatzmaterialien vorbereitet, kann das Risiko späterer Verzögerungen verringern. Dafür braucht es den Unternehmen zufolge einen kontinuierlichen Austausch über verfügbare Mengen und ausgelastete Kapazitäten.

Manuel Mairhofer, Mitglied des Management Boards bei Würth Elektronik, sagte: „Durch die enge Zusammenarbeit mit unseren Kunden, Materiallieferanten und Technologiepartnern erhalten wir frühzeitig Einblicke in Veränderungen bei Materialverfügbarkeit, Fertigungskapazitäten und der Stabilität globaler Lieferketten.“


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