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Analysen |

Finanzstrategien angesichts unsicherer Halbleiter-Lieferketten neu denken

Laut einem Online-Beitrag der DBS Bank, der in Zusammenarbeit mit der Commercial-Abteilung der Financial Times entstanden ist, überdenken Unternehmen derzeit ihre Strategien hinsichtlich Produktionsstandorten, Lieferketten und Finanzierungsentscheidungen. Hintergrund sind anhaltende geopolitische Spannungen und ein zunehmend komplexes Umfeld für die Halbleiterindustrie.

Die anhaltenden Krisen im Nahen Osten sowie der Krieg zwischen Russland und der Ukraine setzen die globalen Halbleiter-Lieferketten weiterhin unter Druck. Gleichzeitig sorgen Exportkontrollen, Zölle, regionale Industriepolitik, die stark wachsende KI-Nachfrage und unerwartete Störungen in der Logistik für zusätzliche Unsicherheit. Viele Branchenexperten sind sich daher einig, dass die bisherigen Geschäftsmodelle nicht mehr ausreichen.

Dem DBS-Beitrag zufolge prüfen Unternehmen verstärkt, wo sie produzieren, wie viel Flexibilität ihre Lieferketten benötigen, von welchen Zulieferern sie abhängig sind und an welchen Standorten finanzielle Entscheidungen getroffen werden.

„Effizienz und Kosten allein reichen nicht mehr aus – Halbleiter sind inzwischen eng mit der nationalen Sicherheit verknüpft“, sagt Jim Hung, Chairman und Chief Executive des taiwanischen Displayherstellers Innolux Corporation sowie dessen Automobiltechnologie-Tochter CarUX. „Unternehmerische Entscheidungen müssen geopolitische Risiken und regulatorische Eingriffe berücksichtigen.“

Auch Gianluca Romano, Chief Financial Officer von Seagate Technology, betont die Bedeutung flexibler Strukturen. Trotz des instabilen Marktumfelds sei das Unternehmen dank seiner weltweit verteilten Standorte in der Lage gewesen, sich schnell an neue Entwicklungen anzupassen.

„Man muss stets versuchen, das nächste Problem vorherzusehen – und wachsam bleiben“, sagt Romano. „Außerdem muss man eng mit seinen Lieferanten zusammenarbeiten, damit sie auf plötzliche Veränderungen reagieren können.“

Als wichtiger Koordinationsstandort für die Halbleiterindustrie gewinnt laut dem DBS-Bericht insbesondere Singapur an Bedeutung. Ausschlaggebend seien die leistungsfähige Infrastruktur, gut ausgebildete Fachkräfte sowie die aktive Wirtschaftsförderung des Landes.

Amit Sinha, Group Head of Telecommunications, Media and Technology, Western MNCs and Digital Economy bei der DBS Bank, erklärt, dass der Wandel hin zu widerstandsfähigeren und gezielt aufgebauten Lieferketten neue Anforderungen an Finanzierung und Beratung mit sich bringe.

„Mit der Pandemie und den aktuellen geoökonomischen Herausforderungen geht es zunehmend darum, widerstandsfähige Lieferketten aufzubauen und sie näher an den Kunden anzusiedeln“, sagt Sinha.

Gerade für Finanzvorstände werde eine breite internationale Finanzunterstützung immer wichtiger, da Unternehmen ihre Aktivitäten über mehrere Länder verteilen und sich die Nachfrage kurzfristig verändern könne.

„Die stärksten Finanzpartner sind diejenigen, die das Geschäft ihrer Kunden wirklich verstehen und sämtliche Finanzinstrumente bereitstellen können, sodass Unternehmen nicht mit einer Vielzahl verschiedener Banken zusammenarbeiten müssen“, so Romano.


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