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China
© Liviorki for Evertiq
Analysen |

Intel und AMD setzen in China auf langfristige Server-CPU-Verträge

Laut Reuters schließen die US-Chiphersteller Intel und AMD derzeit längerfristige Liefervereinbarungen mit chinesischen Serverkunden für Rechenzentrumsprozessoren ab. Die Entwicklung verdeutlicht, dass der KI-Boom inzwischen nicht mehr nur den Markt für KI-Beschleuniger betrifft, sondern zunehmend auch Server-CPUs, Speicher und Netzwerkkomponenten erfasst.

Den mit den Gesprächen vertrauten Personen zufolge sichern die geplanten Verträge in der Regel die Abnahmemengen, nicht jedoch die Preise. Die meisten Vereinbarungen laufen über etwa ein Jahr, bei einigen Kunden wurden jedoch auch Laufzeiten von zwei Jahren oder länger diskutiert. Intel und AMD äußerten sich auf Reuters-Anfrage nicht zu den Informationen.

Die steigende Nachfrage nach KI-Rechenzentren erhöht den Bedarf an Server-Prozessoren erheblich. Neben GPUs werden große Mengen an CPUs benötigt, um Server-, Speicher-, Netzwerk- und Inferenz-Workloads zu unterstützen. Dadurch verschiebt sich das Kräfteverhältnis zugunsten der Halbleiterhersteller, die zunehmend auf langfristige Lieferzusagen drängen können.

Die Entwicklung ähnelt dem Speichermarkt, auf dem KI-bedingte Engpässe bereits zu langfristigen Lieferverträgen geführt haben. Nach Angaben von Reuters steigen auch die Preise für Server-CPUs in China weiter an. Für einige Produkte lagen die monatlichen Preissteigerungen zuletzt bei mehr als zehn Prozent, während einzelne Prozessoren seit Jahresbeginn um über 40 Prozent teurer geworden sind.

Die angespannte Versorgungslage könnte die Kosten chinesischer Cloud-Anbieter und Internetunternehmen erhöhen und den Ausbau ihrer KI-Infrastruktur verlangsamen. Bereits Anfang des Jahres hatte Reuters berichtet, dass Intel und AMD chinesische Kunden über verlängerte Lieferzeiten informiert hatten. Bei bestimmten Intel-Serverprozessoren lagen diese bei bis zu sechs Monaten.

Die Entwicklung dürfte auch bei den anstehenden Quartalszahlen der Unternehmen eine Rolle spielen. Intel hatte bereits im April erklärt, dass die Nachfrage – insbesondere nach Xeon-Serverprozessoren – das Angebot weiterhin übersteige und verwies auf mehrere langfristige Verträge, darunter eine mehrjährige Vereinbarung mit Google. AMD wiederum prognostiziert inzwischen, dass der Markt für Server-CPUs bis 2030 ein Volumen von mehr als 120 Milliarden US-Dollar erreichen wird, angetrieben durch KI-Anwendungen.

China zählt zu den weltweit größten Servermärkten. Der rasche Ausbau von Rechenzentren, KI-Computing-Clustern und nationaler Computing-Infrastruktur verstärkt die Nachfrage nach Server-Prozessoren zusätzlich – trotz der bestehenden US-Beschränkungen beim Zugang zu den modernsten KI-GPUs.


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