Jansen automatisiert Präzisionsfertigung für Hightech-Bauteile mit GROB und BMO
Der niederländische Präzisionszerspaner Jansen Machining Technology hat zwei 5-Achs-Bearbeitungszentren von GROB mit einer Automatisierungslösung von BMO Automation in Betrieb genommen. Das geht aus einer Pressemitteilung der GROB-WERKE vom 1. Juli hervor. Am Standort Valkenswaard sollen damit kleine und mittlere Losgrößen für anspruchsvolle Hightech-Kunden weitgehend mannlos gefertigt werden. Zu den Zielmärkten zählen laut Mitteilung die Halbleiter- und Optikindustrie.
Automatisierte Zelle mit G350-Bearbeitungszentren
Die neue Fertigungszelle ist auf eine weitgehend mannlose High-Mix-/Low-Volume-Fertigung ausgelegt. Sie verbindet zwei GROB-Bearbeitungszentren vom Typ G350 mit Paletten- und Werkstückhandling von BMO Automation. Ein schienengeführter Roboter bindet die Maschinen und weitere Stationen ein, sodass unterschiedliche Werkstücke im Wechsel durch die Zelle laufen können. Die Anlage ist laut Mitteilung bereits für eine dritte Maschine vorbereitet.
Für den unbeaufsichtigten Betrieb nutzt Jansen die horizontale 5-Achs-Bearbeitung der G350. Bei dieser Bauweise fallen Späne leichter aus dem Arbeitsraum; dadurch sinkt das Risiko von Schäden an Werkstück oder Werkzeug. Nach Angaben von GROB tragen die Achsanordnung der Maschine und das Tunnelkonzept zur stabilen Bearbeitung bei; die Spindel bewegt sich dabei innerhalb der geschlossenen Maschinenverkleidung. Das soll die Bearbeitung großer Werkstücke auch mit langen Werkzeugen sicherer machen.
Technisch bietet die G350 Verfahrwege von 600 x 855 x 750 Millimetern in X-, Y- und Z-Achse. Sie ist für Werkstücke bis 400 Kilogramm und bis 720 Millimeter Durchmesser ausgelegt. Laut Unternehmen liegen die Toleranzen bei anspruchsvollen Bauteilen teils im Bereich von einem Hundertstelmillimeter über den gesamten Arbeitsraum hinweg; bei einzelnen Maßen geht es um wenige Mikrometer. Eine klimatisierte Produktionsumgebung, aktiv temperiertes Kühlschmiermittel und die Wiederholgenauigkeit der Maschinen sollen dieses Präzisionsniveau auch im automatisierten Betrieb absichern.
Höhere Auslastung bei kleineren Losgrößen
Mit der Investition will Jansen die Fertigung deutlich länger auslasten, ohne auf Lager zu produzieren. Das Unternehmen peilt 150 Produktionsstunden pro Woche an; wirtschaftlich rechnen soll sich die Automatisierung laut Bussers ab 130 bis 140 Stunden pro Woche. Nach Angaben des Unternehmens wurde diese Laufzeit in einzelnen Wochen bereits erreicht.
Twan Bussers, Director Technology for Machining innerhalb der Anvil Group, erklärte: „Die steigende Nachfrage nach kleinen Losgrößen hochpräziser, komplexer Bauteile mit anspruchsvollen Toleranz- und Reinheitsanforderungen erfordert eine neue Art der Produktion. Gerade in den Hightech-Märkten wie der Halbleiterindustrie, für die wir arbeiten, sind die Anforderungen in den vergangenen zehn Jahren enorm gestiegen.“
Hightech-Kunden aus der Halbleiter- und Optikindustrie erwarten präzise Bauteile in kleineren Mengen, häufig mit komplexen Geometrien, hohen Sauberkeitsanforderungen und engen Lieferfenstern. Jansen reagiert darauf mit einer Fertigungszelle, die Bearbeitung, Handling und Prozesskontrolle stärker automatisiert. Die Investition soll dem Unternehmen helfen, wechselnde Aufträge reproduzierbarer und mit längeren mannlosen Laufzeiten zu fertigen.



