Rehm stellt kompakten RDS-UV-LED-Ofen für Aushärteprozesse in der Elektronikfertigung vor
Der deutsche Anlagenbauer Rehm Thermal Systems erweitert sein Portfolio um den RDS UV LED, eine kompakte UV-LED-Anlage zur Aushärtung UV-reaktiver Materialien auf elektronischen Baugruppen. Das geht aus einer Presseinformation des Unternehmens vom 2. Juli hervor. Die Anlage richtet sich an Fertigungsschritte, bei denen UV-reaktive Materialien zügig und mit möglichst geringer Wärmebelastung aushärten müssen.
Definierte Belichtung soll Schwankungen reduzieren
Das Anlagenkonzept zielt darauf, die Bedingungen der UV-Belichtung genauer festzulegen. Während der Belichtung bleibt die Leiterplatte im RDS UV LED in fester Position und wird über die aktivierte Fläche gleichzeitig bestrahlt. Rehm will damit Einflüsse reduzieren, die in Durchlaufsystemen durch Transportbewegung, Bandgeschwindigkeit oder wechselnde Verweilzeiten entstehen können. Belichtungszeit, Intensität, Arbeitsabstand und aktive Segmente lassen sich laut Mitteilung festlegen und als Rezept speichern. Bei Baugruppen mit unterschiedlichen Bauteilhöhen soll der konstante Abstand helfen, Schatteneffekte und Schwankungen im Belichtungsergebnis zu verringern. Über ein segmentiertes UV-LED-Feld aktiviert die Anlage nur die benötigte Fläche; laut Rehm lässt sich bei Leiterplatten bis 410 x 410 mm eine Homogenität von bis zu 95 Prozent erreichen.
Manuel Schwarzenbolz, Forschung & Entwicklung Rehm Thermal Systems, sagte: „Mit dem RDS UV LED denken wir UV-Aushärtung als kontrollierten Prozess - nicht nur als Lichtquelle. Stationäre Vollflächenbelichtung, Segmentierung, Homogenitätsmanagement und digitale Prozessdaten schaffen die Basis für reproduzierbare Qualität, kurze Taktzeiten und eine ressourcenschonende Elektronikfertigung.“
UV-LED-Technik senkt Energiebedarf und erleichtert Traceability
Im Vergleich zu klassischen UV-Systemen mit Quecksilberdampflampen liefert UV-LED-Technik laut Rehm mehrere Prozessvorteile: Die LED-Module benötigen keine Aufwärmzeit, lassen sich taktgenau aktivieren und bei Pausen in den Standby-Betrieb versetzen. Die Anlage arbeitet ohne Quecksilber. Laut Rehm entsteht im UVA-Bereich kein Ozon; die Baugruppe wird thermisch weniger beansprucht. Die Lebensdauer der LED-Module gibt das Unternehmen mit über 20.000 Betriebsstunden an.
Für Elektronikfertiger soll die Anlage den Arbeitsschritt in der Linie beschleunigen und zugleich besser absichern. Im Semi-Batch-Betrieb sollen dafür Taktzeiten von wenigen Sekunden möglich sein. Den Energieverbrauch gegenüber konventionellen UV-Lampen beziffert Rehm auf bis zu 70 Prozent weniger, der Platzbedarf soll im gleichen Umfang sinken. Für die Rückverfolgbarkeit erfasst das System zentrale Belichtungs- und Zustandsdaten. Über SMEMA, Hermes oder eine MES-Anbindung können diese Informationen in die Produktionsdatenerfassung einfließen und den Prozess stärker in digital überwachte Fertigungslinien einbinden.



