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Siemens-Switchgear-Ffm-Daimlerstrasse
© Siemens AG
Elektronikproduktion |

Siemens investiert 300 Millionen Euro in Schaltanlagenfertigung in Deutschland

Der Industriekonzern Siemens steckt 300 Millionen Euro in den Ausbau seiner Schaltanlagenfertigung in Frankfurt am Main und Offenbach. Das geht aus einer Mitteilung des Unternehmens vom 1. Juli hervor. Die Investition soll zusätzliche Kapazitäten für Energieverteilungssysteme schaffen, die in Rechenzentren, Elektromobilität und industrieller Automatisierung benötigt werden. Bis 2030 sollen in der Region bis zu 700 neue Arbeitsplätze entstehen.

Mehr Kapazität für elektrische Schaltanlagen

Die Standorte Frankfurt am Main und Offenbach sollen künftig gemeinsam mehr Kapazität für elektrische Schaltanlagen bereitstellen. Dafür erweitert Siemens seine bestehenden Werke in Frankfurt und baut im rund sechs Kilometer entfernten Offenbach ein Zulieferwerk für vorgelagerte Fertigungsschritte auf.

In Frankfurt will der Konzern bis Oktober 2027 eine weitere Halle errichten. Frei werdende Flächen im Stammwerk sollen genutzt werden, um die Kapazitäten für elektrische Schaltanlagen zu erhöhen. In Offenbach mietet Siemens ab Juli 2026 ein Gelände an und baut es anschließend zum Zulieferwerk aus. Die Produktion dort soll im Frühjahr 2027 starten; die Vorfertigung soll schrittweise aus Frankfurt an den neuen Standort wechseln.

Im Frankfurter Schaltanlagenwerk arbeiten derzeit rund 2.800 Mitarbeitende in Produktion, Forschung und Entwicklung sowie Automatisierung. Bis 2030 sollen an beiden Standorten bis zu 700 neue Arbeitsplätze entstehen.

Roland Busch, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG, sagte: „Mit dieser Investition stärken wir unsere Führungsrolle bei Technologien, die das Rückgrat der Industrien von morgen bilden. Ob Rechenzentren, Elektromobilität oder industrielle Automatisierung – die Nachfrage nach intelligenter Elektrifizierung wächst weltweit. Um diese zu bedienen, bauen wir einen Standort aus, der schon heute für außergewöhnliche Flexibilität und höchste Variantenvielfalt steht. Denn Wettbewerbsfähigkeit entsteht dort, wo Technologie, Know-how und die Erfahrung der Menschen zusammenkommen, um für Kunden die besten Lösungen zu liefern. Genau das macht diesen Standort stark – und ist der Grund, warum wir weiter hier investieren.“

Mehr Strombedarf für KI-Rechenzentren

E-Mobilität, neue Rechenzentren und die stärkere Elektrifizierung von Fabriken lassen den Bedarf an Schaltanlagen steigen. Siemens fertigt solche Systeme in Frankfurt seit mehr als 40 Jahren; sie verteilen und regulieren den Strom in industriellen Anlagen und Rechenzentren. Laut Mitteilung beschleunigt besonders der KI-Ausbau die Nachfrage, weil die dafür benötigte Rechenleistung große Mengen an elektrischer Energie erfordert.

Für Siemens ist das Rechenzentrumsgeschäft damit längst ein zentraler Wachstumstreiber. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 kam Siemens Smart Infrastructure in diesem Bereich auf einen Auftragseingang von 1,9 Milliarden Euro. Der Umsatz mit diesen Technologien stieg im ersten Halbjahr 2026 um mehr als 45 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro. Dass der Konzern seine Fertigung breiter aufstellt, zeigt auch der Blick in die USA: Dort hatte Siemens im März 2026 Investitionen von 165 Millionen US-Dollar in seine Werke angekündigt.

Peter Körte, CEO Siemens Smart Infrastructure, erklärte: „Der Markt für Data Center boomt weltweit mit Wachstumsraten weit über zehn Prozent. Die nächste Generation von Rechenzentren entsteht gerade. KI-Fabriken, die nur eines produzieren: Intelligenz. Industrielle Großanlagen mit einem riesigen Strombedarf. Dazu brauchen wir Schaltanlagen der nächsten Generation. Das technische Herzstück für die künftigen Superhirne der Industrie. Und die bauen wir hier in Frankfurt.“


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