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Elektronikproduktion |

Infineon & Amazon Web Services stellen Cloud-Plattform für virtuelle Automotive-MCU-Evaluierung vor

Der Münchner Halbleiterhersteller Infineon und der Cloud-Anbieter Amazon Web Services (AWS) bringen eine Plattform für die virtuelle Evaluierung von Automotive-Mikrocontrollern an den Start. Das teilte Infineon am 22. Juni mit. Entwickler sollen neue MCUs damit früher testen können, ganz ohne physische Hardware. Die Plattform soll auch kommende RISC-V-basierte Automotive-MCUs von Infineon virtuell abbilden können.

Virtuelle MCU-Tests direkt im Browser

Die Virtual Engineering Workbench von AWS bildet das technische Fundament der Plattform. Das Open-Source-Angebot unterstützt digitale Toolchains sowie Hardware-Virtualisierung und Infrastrukturmanagement. Daraus entsteht eine Browser-Umgebung, über die Entwicklungsteams Infineon-Automotive-MCUs virtuell evaluieren können. Entwicklungsteams arbeiten ohne lokale Tool-Installation in voneinander getrennten Cloud-Umgebungen.

Der Schnellmodus führt Nutzer über vorbereitete Referenzanwendungen direkt in die Prüfung von MCU-Funktionen. Wer tiefer in die Entwicklung gehen will, arbeitet im Expertenmodus mit einer vollständigen virtuellen Entwicklungsumgebung im Browser. Dort können Entwickler Code kompilieren, Firmware flashen und die Anwendung per Debugging sowie Performance-Analyse prüfen.

Für Infineons Produktteams soll die Plattform die Bereitstellung neuer MCU-Varianten vereinfachen. Über Automatisierungsfunktionen können sie diese für Kundentests paketieren. Nutzungsanalysen zeigen anschließend, welche Mikrocontroller und Anwendungen besonders häufig geprüft werden.

Kürzere Evaluierungszyklen für Automotive-MCUs

Infineon will mit der Plattform die frühe Evaluierung von Automotive-MCUs beschleunigen. Nach Angaben des Unternehmens soll der Prozess von mehreren Wochen auf Minuten schrumpfen. Gleichzeitig sollen die Kosten pro Nutzer sinken. Die Cloud-Umgebung ist auf mehrere Hundert gleichzeitige Anwender weltweit ausgelegt. Kürzere Entwicklungszyklen in der Automobilindustrie erhöhen den Druck auf die frühe MCU-Auswahl. Bei softwaredefinierten Fahrzeugen müssen Entwicklungsteams neue Mikrocontroller früher im Entwicklungsprozess praktisch testen können.

Im dritten Quartal 2026 soll die Plattform zunächst ausgewählten Infineon-Kunden zur Verfügung stehen. Danach soll der Zugang schrittweise auf weitere Kunden ausgeweitet werden.

Thomas Schneid, Vice President Software, Partner & Ecosystem Management bei Infineon Technologies, sagte: „Entwicklungsgeschwindigkeit ist ein entscheidender Wettbewerbsfaktor für die Automobilindustrie und gewinnt mit softwaredefinierten Fahrzeugen noch weiter an Bedeutung. Hardwarebasierte MCU-Evaluierung ist bislang für viele Entwicklungsteams ein Engpass. Unsere cloudbasierte Plattform macht es Kunden erheblich einfacher, unsere Mikrocontroller bereits früh im Entwicklungszyklus praktisch zu testen.“

Sonja Gatzke, Leiterin Fertigung bei Amazon Web Services Deutschland, erklärte: „Unsere Zusammenarbeit mit Infineon zeigt das Potenzial im Wechselspiel zwischen Cloud-Technologie und physischem Silizium. Entwicklungsteams, die früher Tage brauchten, um einen neuen Mikrocontroller zu evaluieren, können heute innerhalb von Minuten starten.“


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