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expo-Berlin-2026-01
© Evertiq
Elektronikproduktion |

Evertiq Expo Berlin 2026 beschließt das erste Halbjahr

Die Evertiq Expo Berlin 2026 fand am 18. Juni auf dem TEC Event Campus in Berlin-Siemensstadt statt. Damit zog die Veranstaltung erstmals an einen neuen Standort um, nachdem sie zuvor viele Jahre im Technologiepark Berlin-Adlershof beheimatet war. Insgesamt nahmen 328 Personen aus 199 Unternehmen teil. 163 Besucher trafen auf 78 ausstellende Unternehmen.

Mit Siemensstadt fand die Veranstaltung in einem der traditionsreichsten Industriestandorte Berlins statt – eine passende Kulisse für ein Konferenzprogramm, das von KI-gestützter Produktionsplanung bis hin zur Frage reichte, warum die europäische EMS-Industrie zunehmend ins Hintertreffen gerät.

„Die Wahl von Siemensstadt war ganz bewusst getroffen. Der Stadtteil verfügt über eine starke industrielle Tradition, und genau diese Atmosphäre hat den Charakter der Veranstaltung geprägt. Wir sind sehr zufrieden damit, wie sich der Standortwechsel bewährt hat“, sagt Daniel Myrtenblad, Expo Manager bei Evertiq.

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©Evertiq

Besonders großen Anklang fand der Vortrag von Dieter G. Weiss von in4ma und Eric Miscoll von EMSNOW. Die beiden lieferten Zahlen und Analysen zu einer Entwicklung, die viele Branchenvertreter bereits vermutet hatten: 2025 sollte eigentlich ein Jahr der Erholung für die europäische EMS-Industrie werden – doch dazu kam es nicht. Während Hersteller in Ost- und Südostasien zweistellige Wachstumsraten verzeichneten, stagnierte der europäische Markt. Die Präsentation zeigte die Dimension dieser Entwicklung auf und beleuchtete die strukturellen Ursachen dahinter.

Nikolaos Florous von Memphis Electronic widmete sich einem anderen grundlegenden Wandel – dem Speichermarkt. In seinem Vortrag argumentierte er, dass der globale Memory-Markt längst nicht mehr dem klassischen zyklischen Muster eines Commodity-Geschäfts folgt. KI-getriebene Nachfrage, geopolitische Veränderungen und steigende Investitionsanforderungen hätten einen Markt geschaffen, in dem sowohl ältere als auch modernste Speichertechnologien knapp seien – allerdings aus völlig unterschiedlichen Gründen.

Einen praxisnahen Blick auf die Fertigung warf Mira Grünhaupt von PAILOT GmbH. Sie thematisierte einen Schwachpunkt, der in vielen Produktionsbetrieben nach wie vor besteht: die detaillierte Produktionsplanung erfolgt häufig noch mit Excel-Tabellen und improvisierten Prozessen. Am Beispiel von Fritsch Elektronik zeigte sie, wie KI-gestützte Advanced-Scheduling-Lösungen die Termintreue und Ressourcenauslastung messbar verbessern können – und warum dafür nicht nur neue Software, sondern auch organisatorische Veränderungen erforderlich sind.

Auch in den Gesprächen auf der Ausstellungsfläche spiegelten sich die Themen des Konferenzprogramms wider. Aussteller und Besucher diskutierten insbesondere über die Situation auf dem Speichermarkt, den Kostendruck bei Rohmaterialien für die Leiterplattenfertigung, Entwicklungen bei Lieferzeiten sowie geopolitische Unsicherheiten und die Lage rund um die Straße von Hormus.

Ein wiederkehrendes Thema war zudem die Bedeutung regionaler Nähe. Mehrere Teilnehmer betonten, dass Unternehmen verstärkt auf Partner in ihrer Region setzen. Kürzere Wege, direkter Austausch und schnellere Abstimmungsprozesse gewinnen in einem Umfeld, das sich zunehmend dynamisch verändert, an Bedeutung.

„Großartige Gespräche, spannende Einblicke in aktuelle Entwicklungen der Elektronikindustrie und viele neue Kontakte“, fasste ein Teilnehmer den Tag zusammen.

Die Evertiq Expo Berlin kehrt am 17. Juni 2027 zurück.


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