Volkswagen, Stellantis und Renault fordern Made-in-Europe-Regeln
Volkswagen, Stellantis und Renault wollen die Autoproduktion in Europa über eine klare Made-in-Europe-Regel absichern. Davon berichtete Reuters am 12. Juni. Die Hersteller schlagen vor, lokale Wertschöpfung in der EU mit einer 70-Prozent-Quote abzusichern. Mit dem Vorstoß wollen sie europäische Produktion stützen und Lieferketten im Zuge der Elektrifizierung stärker im Binnenmarkt halten.
70-Prozent-Regel soll europäische Produktion stärken
In einem gemeinsamen Schreiben an Mitglieder des Europäischen Parlaments schlagen Volkswagen, Stellantis und Renault ein doppeltes 70-Prozent-Modell vor. Demnach sollen 70 Prozent der in der EU verkauften Fahrzeuge zu 70 Prozent ihres Werts aus der Europäischen Union stammen. Gemeint ist die gesamte Kette von Entwicklung bis Fertigung.
Volkswagen, Stellantis und Renault, auf die laut Reuters zusammen rund 60 Prozent der europäischen Fahrzeugproduktion entfallen, erklärten in dem Schreiben: „Wir wollen Europas Mittelschicht saubere, erschwingliche und technologisch führende Autos anbieten.“
Der Vorstoß knüpft an frühere Forderungen von Volkswagen und Stellantis an. Beide hatten bereits Anreize und günstigere Rahmenbedingungen für lokal gefertigte Elektrofahrzeuge gefordert.
Kostendruck erhöht Ruf nach EU-Unterstützung
Hinter dem Vorstoß steht ein schwieriger Markt für Europas Autoindustrie. Nach Angaben der Hersteller liegt der europäische Absatz jährlich rund 3 Millionen Fahrzeuge unter dem Niveau von 2019. Hohe Energiekosten belasten die Werke. Fertigung und Regulierung verteuern die Produktion weiter. In strategischen Technologiefeldern sehen die Unternehmen außerdem Rückstände gegenüber internationalen Wettbewerbern.
Volkswagen, Stellantis und Renault fordern deshalb gezielte Unterstützung für die Batteriefertigung und mehr regulatorischen Spielraum, besonders bei Kleinwagen. Damit sollen Elektrofahrzeuge günstiger werden und lokale Lieferketten an Gewicht gewinnen. Den aktuellen Importanteil am EU-Automarkt beziffern die Hersteller laut Reuters auf 26 Prozent.
Die Autobauer erklärten weiter: „Europa schottet sich nicht ab. Europa stoppt lediglich den Trend zur weiteren Verlagerung industrieller Produktion in Drittländer.“



