Cicor verkauft Werk in Tunesien und startet Effizienzprogramm
Der Schweizer EMS-Anbieter Cicor verkauft seinen Produktionsstandort in Tunesien und startet gleichzeitig ein Integrations- und Produktivitätsprogramm, das künftig jährliche EBITDA-Verbesserungen von mehr als 10 Millionen CHF erzielen soll. Von den Maßnahmen sind rund 220 Stellen betroffen, was etwa fünf Prozent der weltweiten Belegschaft entspricht.
Der Standort in Tunesien beschäftigt rund 90 Mitarbeiter und wird für 1,3 Millionen Euro zuzüglich üblicher Anpassungen verkauft. Der Vertrag wurde bereits unterzeichnet, der Abschluss der Transaktion wird für Juni 2026 erwartet.
Laut Cicor hat der Verkauf keine Auswirkungen auf den Konzernumsatz, da die Kundenbeziehungen beim Unternehmen verbleiben. Allerdings wird die Transaktion aufgrund der Verkaufskosten und weiterer Aufwendungen einen einmaligen negativen Effekt von rund 300.000 CHF auf den Nettogewinn haben.
Die Produktionsaktivitäten in Nordafrika werden künftig an den Cicor-Standorten Berrechid und Témara bei Casablanca in Marokko gebündelt.
Das Effizienzprogramm umfasst weitere Maßnahmen innerhalb des Konzerns. Die Produktion des von Mercury Systems übernommenen Standorts in Genf wird nach Newport in Großbritannien sowie nach Bronschhofen in der Schweiz verlagert. Darüber hinaus werden Werkzeugbauaktivitäten für den Kunststoffspritzguss von Singapur nach Batam in Indonesien verlegt.
Gleichzeitig investiert Cicor in den Ausbau der Kapazitäten und Produktivität seiner Dünnschichtsubstrat-Fertigung im schweizerischen Wangs. Hintergrund ist die stark steigende Nachfrage, insbesondere aus der Luft- und Raumfahrt- sowie der Verteidigungsindustrie.
Zusätzlich wurden Managementstrukturen in der Schweiz, Deutschland und Frankreich verschlankt. Auch die Führungsorganisation in Thüringen wurde angepasst, wobei die bestehenden Produktionsstandorte erhalten bleiben.
Die Kosten für die Umsetzung des Programms werden im Jahr 2026 im mittleren einstelligen Millionenbereich in Schweizer Franken erwartet, wobei der Großteil der Aufwendungen bereits im ersten Halbjahr anfällt. Ein erheblicher Teil der finanziellen Vorteile soll laut Unternehmen jedoch bereits in der zweiten Jahreshälfte wirksam werden.
Cicor bestätigte zudem seine Prognose für 2026. Das Unternehmen erwartet einen Umsatz zwischen 700 und 750 Millionen CHF sowie ein bereinigtes EBITDA von 70 bis 80 Millionen CHF.



