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© onsemi
Elektronikproduktion |

Onsemi plant laut Berichten bis zu 300 Stellenabbau in tschechischem Werk

Der US-Halbleiterhersteller Onsemi plant Medienberichten zufolge den Abbau von 200 bis 300 Arbeitsplätzen an seinem Standort in Rožnov pod Radhoštěm in Tschechien. Dies berichtet das tschechische Wirtschaftsmagazin e15. Bereits im Jahr 2025 hatte das Unternehmen an demselben Standort rund 170 Stellen gestrichen.

Die Restrukturierung soll vor allem Spezialisten betreffen, die im Bereich Siliziumkarbid-Halbleiter (SiC) tätig sind. Laut e15 ist Onsemi zu dem Schluss gekommen, dass die eigene Herstellung von SiC-Wafern wirtschaftlich nicht mehr rentabel ist. Das Unternehmen wolle daher künftig verstärkt auf den Zukauf kostengünstigerer Wafer setzen und sich auf nachgelagerte Prozesse mit höherer Wertschöpfung konzentrieren.

Während die Herstellung eines SiC-Wafers westliche Produzenten nach Angaben der taiwanischen Central News Agency weiterhin rund 1.200 US-Dollar kostet, haben chinesische Hersteller die Kosten auf etwa 400 US-Dollar pro Wafer gesenkt.

Die chinesischen Unternehmen SICC und TankeBlue profitieren dabei von staatlicher Unterstützung sowie niedrigen Energiekosten und haben sowohl ihre technologischen Fähigkeiten als auch ihre Produktionskapazitäten ausgebaut. Dadurch geraten westliche Wettbewerber zunehmend unter Preisdruck.

Laut Daten von TrendForce hielt Wolfspeed im Jahr 2025 mit 27,6 Prozent den größten Marktanteil bei N-Typ-SiC-Substraten. Dahinter folgten SICC mit 21,5 Prozent und TankeBlue mit 20,1 Prozent.

Das Werk in Rožnov pod Radhoštěm zählt zu den wichtigsten SiC-Produktionsstandorten von Onsemi. Erst im vergangenen November genehmigte die Europäische Kommission ein Förderpaket der tschechischen Regierung im Umfang von rund 450 Millionen Euro für den Ausbau des Standorts.

Die Gesamtinvestition für die Erweiterung wird auf rund 1,64 Milliarden Euro geschätzt. Die kommerzielle Produktion in der neuen Anlage soll voraussichtlich 2027 beginnen.

Onsemi hat sich bislang nicht öffentlich zu den berichteten Stellenstreichungen geäußert.


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