EU schlägt Chips Act 2.0 sowie Cloud and AI Development Act vor
Die Europäische Kommission hat das sogenannte European Technological Sovereignty Package vorgestellt – ein Maßnahmenpaket aus Gesetzesinitiativen und strategischen Programmen, das Europas Abhängigkeit von ausländischen Anbietern in den Bereichen Halbleiter, Künstliche Intelligenz, Cloud Computing und Open-Source-Technologien verringern soll.
Im Mittelpunkt des Pakets stehen zwei neue Gesetzesvorschläge: der Chips Act 2.0 und der Cloud and AI Development Act.
Der Chips Act 2.0 baut auf dem ursprünglichen Chips Act von 2023 auf. Dieser war, wie Evertiq berichtete, dafür kritisiert worden, sein Ziel eines europäischen Marktanteils von 20 Prozent an der weltweiten Halbleiterproduktion bis 2030 voraussichtlich nicht zu erreichen.
Mit der überarbeiteten Gesetzgebung will die EU den Ausbau fortschrittlicher Halbleitertechnologien fördern, Genehmigungsverfahren beschleunigen, die Zusammenarbeit mit vertrauenswürdigen Partnern vertiefen und ein neues Exzellenzlabel für europäische Halbleiterregionen einführen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf Chips für Anwendungen im Bereich Künstliche Intelligenz.
Der Cloud and AI Development Act zielt darauf ab, die Rechenzentrumskapazitäten Europas innerhalb der nächsten fünf bis sieben Jahre zu verdreifachen. Zudem sollen die Rahmenbedingungen für den Aufbau von Rechenzentren innerhalb der EU vereinfacht und ein einheitlicher europäischer Bewertungsrahmen für Cloud- und KI-Souveränität geschaffen werden. Darüber hinaus sieht der Vorschlag Souveränitätsanforderungen für Cloud-Anbieter vor, die in sensiblen Bereichen tätig sind.
Ergänzt wird das Paket durch eine Open-Source-Strategie sowie eine Strategische Roadmap für Digitalisierung und KI im Energiesektor. Gemeinsam sollen diese Maßnahmen Europas Ziel unterstützen, sich zu einem führenden KI-Standort zu entwickeln und die Abhängigkeit von externen Anbietern zentraler digitaler Technologien zu reduzieren.
„Wir können es uns nicht leisten, bei Technologien, die unsere Krankenhäuser am Laufen halten, unsere Stromnetze stabilisieren und unsere Dienstleistungen absichern, von anderen abhängig zu sein. Es geht darum, unsere Bürger zu schützen, unsere Interessen zu verteidigen und unsere eigenen Entscheidungen treffen zu können“, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.
Die Vorschläge werden nun vom Europäischen Parlament und dem Rat der Europäischen Union beraten. Darüber hinaus plant die Kommission Konsultationen mit den Mitgliedstaaten sowie der Europäischen Investitionsbank-Gruppe zur Finanzierung der Maßnahmen.





