Bull und Foxconn kooperieren bei Fertigung von KI-Infrastruktur in Europa
Das französische Computing-Unternehmen Bull und Foxconn haben eine strategische Partnerschaft zur Fertigung von KI- und Cloud-Infrastruktur in Europa angekündigt. Die Zusammenarbeit kombiniert Bulls Kompetenz im Bereich KI-Systemdesign und Vermarktung mit der Produktionskapazität von Foxconn. Die Anfangsinvestition soll mehr als 120 Millionen Euro betragen.
Im Rahmen der Partnerschaft sollen die Systeme zunächst im Foxconn-Werk in Pardubice in Tschechien gefertigt und getestet werden. Die Endmontage, finale Integration sowie Systemvalidierung erfolgen anschließend im Bull-Werk im französischen Angers.
Die Systeme sind für KI-Training und KI-Inferenz ausgelegt und integrieren GPUs sowie weitere Beschleuniger, Hochleistungsspeicher, Storage- und Interconnect-Technologien. Laut den Unternehmen sollen sowohl eigenständige Systeme als auch Rack-basierte Komplettlösungen angeboten werden.
Zu den Zielmärkten zählen europäische KI-Fabrik-Initiativen, Neo-Cloud-Anbieter, Unternehmen, Forschungseinrichtungen sowie klassische Cloud-Service-Provider. Bull beschreibt das Projekt als wichtigen Schritt hin zu souveräner KI-Infrastruktur in Europa, da die Abhängigkeit Europas von außereuropäischen Märkten bei zentralen KI-Komponenten weiterhin hoch sei.
Die Unternehmen verweisen dabei auf Daten von ING, wonach Europa derzeit lediglich rund acht Prozent der weltweiten Halbleiterfertigungskapazitäten hält. Laut einer McKinsey-Analyse liegt Europas Anteil in wichtigen KI-Infrastrukturbereichen sogar unter fünf Prozent.
„Diese Partnerschaft mit Foxconn beschleunigt unsere Transformation und positioniert Bull als wichtigen europäischen Anbieter von KI- und Cloud-Systemen“, sagte Emmanuel Le Roux, CEO von Bull. „Durch die Zusammenarbeit mit Foxconn machen wir einen konkreten Schritt hin zu wettbewerbsfähiger KI-Infrastruktur ‚Made in Europe‘ und tragen gleichzeitig zu einem widerstandsfähigeren digitalen Ökosystem in Europa bei.“





