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Expo-MMO25-Claus-Aasholm-presentation
© Evertiq
Elektronikproduktion |

Evertiq Expo Lund: Strategien, Sicherheit und die Hardware, die Europa fehlt

Fabriken werden gebaut, Strategien entwickelt und Investitionen in einem Tempo vorangetrieben, das die Elektronikindustrie seit Jahrzehnten nicht mehr erlebt hat. Doch was tatsächlich passiert – und was Europa weiterhin fehlt – steht im Mittelpunkt der diesjährigen Evertiq Expo in Lund.

Hinter den Investitionen und Strategien stehen laut Evertiq grundlegende Fragen, die nur selten direkt gestellt werden: Was fehlt Europa noch? Wer baut die notwendigen Kapazitäten auf? Und was passiert, wenn Europa nicht handelt?

Vytautas Ilgūnas von TLT PCB liefert auf zumindest eine dieser Fragen eine klare Antwort. KI-Systeme seien grundlegend auf fortschrittliche Leiterplatten angewiesen – darunter Multilayer-Designs, HDI-Lösungen und hochzuverlässige Fertigungstechnologien. Diese Kapazitäten lägen heute jedoch größtenteils außerhalb Europas. Ohne einen Wiederaufbau einer europäischen PCB-Industrie bleibe technologische Souveränität im KI-Bereich eine Illusion, argumentiert Ilgūnas. In seinem Vortrag wird er die strukturellen Lücken im europäischen Elektronik-Ökosystem und die praktischen Anforderungen an den Wiederaufbau fortschrittlicher Leiterplattenfertigung beleuchten.

Parallel zur Hardware-Frage beschäftigt sich die Veranstaltung auch mit der Rolle Schwedens in der europäischen Halbleiterlandschaft. Elisabet Österlund und Malin Berglund von Semiconductor Sweden präsentieren die Analyse, die als Grundlage für Schwedens nationale Halbleiterstrategie 2035 dient. Nach sechs Monaten Workshops und Roundtable-Diskussionen entstand laut Evertiq ein umfassendes Bild eines oftmals unterschätzten Ökosystems. Mehr als 8.000 schwedische Unternehmen mit rund 260.000 Beschäftigten und einem Umsatz von über 1.000 Milliarden SEK seien direkt von moderner Elektronik- und Halbleitertechnologie abhängig. Die Untersuchung zeigt, wo diese Kompetenzen angesiedelt sind – von globalen Industriekonzernen bis hin zu spezialisierten Nischenunternehmen und Start-ups.

Während Österlund und Berglund die Stärke des Ökosystems darstellen, richtet Mahdi Fazeli, Associate Professor für Hardware Security an der Halmstad University, den Blick auf dessen Verwundbarkeit. Hardware-Trojaner – also bösartige Manipulationen in Schaltungen während Design, Fertigung oder Montage – stellten eine zunehmende Bedrohung dar, insbesondere durch globalisierte und verteilte Lieferketten. Fazeli erläutert, wie sich die Bedrohungslage durch den verstärkten Einsatz lizenzierter Drittanbieter-IP verändert hat und welche Konsequenzen dies für die Integrität von Hardware in Zukunft haben wird.

Einen umfassenden Blick auf den Halbleitermarkt liefert Claus Aasholm, Gründer von Semiconductor Business Intelligence. In seinem Vortrag analysiert er Kapazitätserweiterungen, Kapitalflüsse, tatsächliche Auslastungsmuster und regionale politische Effekte auf Basis realer Daten – und nicht auf Grundlage von Branchennarrativen.

Das restliche Programm der Evertiq Expo Lund behandelt unter anderem Themen wie Component Embedding, Energierückgewinnung in der Halbleiterfertigung und Obsoleszenzmanagement. Den Abschluss bildet Dennis Dahlgren von Evertiq mit einer Analyse der 20 größten EMS-Anbieter Schwedens.

Die Evertiq Expo Lund findet am 21. Mai 2026 statt.


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