Samsung-Tarifgespräche scheitern – Streikdeadline rückt näher
Samsung Electronics hat seine südkoreanische Gewerkschaft dazu aufgefordert, die Tarifverhandlungen wieder aufzunehmen, nachdem staatlich vermittelte Gespräche gescheitert sind. Damit wird ein geplanter 18-tägiger Streik ab dem 21. Mai zu einer akuten Bedrohung, berichtet Reuters.
Laut Reuters schickte Samsung der Gewerkschaft einen Brief mit dem Vorschlag, die Gespräche fortzusetzen. Die Reaktion der Gewerkschaft fiel jedoch ablehnend aus. „Es gibt keinen Grund, den Dialog ohne Institutionalisierung und Transparenz fortzusetzen“, sagte Gewerkschaftsvertreter Choi Seung-ho gegenüber Reuters. Hintergrund ist die zentrale Forderung der Gewerkschaft nach einer grundlegenden Überarbeitung des Bonusmodells von Samsung.
Die südkoreanische Arbeitskommission hat beide Seiten aufgefordert, am Samstag eine weitere Runde staatlich vermittelter Gespräche abzuhalten, um den Streik noch abzuwenden. Samsung Electronics reagierte laut Reuters zunächst nicht auf eine Anfrage nach einer Stellungnahme.
Im Mittelpunkt des Konflikts steht laut Gewerkschaft ein erheblicher Unterschied bei Bonuszahlungen zwischen Samsung und dem konkurrierenden Chiphersteller SK Hynix. Sollte keine Einigung erzielt werden, plant die Gewerkschaft einen 18-tägigen Streik ab dem 21. Mai.
Die möglichen Auswirkungen reichen weit über Samsung hinaus. Südkoreas Finanzminister Koo Yun-cheol erklärte am Donnerstag laut Reuters, ein Streik müsse unter allen Umständen verhindert werden, da er ein erhebliches Risiko für das Wirtschaftswachstum, die Exporte und die Finanzmärkte des Landes darstelle.
Die Sorge gilt als berechtigt: Halbleiter machten im April laut von Reuters zitierten Regierungsdaten 37 Prozent der gesamten südkoreanischen Exporte aus – ein deutlicher Anstieg gegenüber 20 Prozent im Vorjahr.


