Streikgefahr bei Samsung: Tarifverhandlungen mit Gewerkschaft gescheitert
Bei Samsung Electronics sind die Tarifverhandlungen mit der südkoreanischen Gewerkschaft erneut gescheitert. Damit wächst die Gefahr eines groß angelegten Streiks, der laut Reuters erhebliche Auswirkungen auf die Chipproduktion und die südkoreanische Wirtschaft haben könnte.
Die Gespräche zwischen Unternehmensführung, Gewerkschaft und staatlichen Vermittlern endeten ohne Einigung. Die Gewerkschaft hatte angekündigt, ab dem 21. Mai für insgesamt 18 Tage zu streiken, falls ihre Forderungen nicht erfüllt werden. Mehr als 50.000 Beschäftigte könnten sich laut Reuters an den Arbeitsniederlegungen beteiligen.
Im Zentrum des Konflikts stehen Bonuszahlungen und Gewinnbeteiligungen. Die Arbeitnehmervertretung fordert unter anderem die Abschaffung der Obergrenze für Boni sowie die dauerhafte Zuweisung von 15 Prozent des operativen Gewinns in einen Bonuspool. Samsung lehnte diese Forderungen ab und bot stattdessen lediglich einen einmaligen Bonus für 2026 an. Reuters zufolge sorgt insbesondere der Vergleich mit Wettbewerber SK Hynix für Unmut, nachdem dieser seine Bonusregelungen zuletzt deutlich verbessert hatte.
Die südkoreanische Regierung versucht weiterhin, eine Eskalation zu verhindern. Premierminister Han Duck-soo erklärte laut Reuters, ein Streik müsse unbedingt vermieden werden, da Halbleiter inzwischen rund 37 Prozent der südkoreanischen Exporte ausmachen.
Samsung erklärte nach dem Scheitern der Gespräche, man bedaure den Ausgang der Verhandlungen und wolle den Dialog mit der Gewerkschaft fortsetzen, um eine weitere Verschärfung der Situation zu verhindern.
Der Arbeitskonflikt kommt für Samsung zu einem kritischen Zeitpunkt. Das Unternehmen steht im Wettbewerb um KI- und Hochleistungs-Speicherchips zunehmend unter Druck durch Konkurrenten wie SK Hynix und investiert gleichzeitig massiv in den Ausbau seiner Halbleiterkapazitäten. Reuters zufolge hatte Samsung bereits 2024 mit dem ersten größeren Streik in der Unternehmensgeschichte zu kämpfen.


