Samsung und Gewerkschaft starten Vermittlung im Tarifkonflikt
Samsung Electronics und die Gewerkschaften des Unternehmens treten in ein Vermittlungsverfahren ein, um den eskalierenden Tarifkonflikt beizulegen. Wie Reuters berichtet, sollen die Gespräche am 11. und 12. Mai stattfinden.
Die Gewerkschaften fordern höhere Boni und bessere Vergütungsmodelle. Sollte die Vermittlung scheitern, droht ab dem 21. Mai ein geplanter Generalstreik über 18 Tage.
Vertreter der Gewerkschaften, des Samsung-Managements und des südkoreanischen Arbeitsministeriums trafen sich bereits zu ersten Gesprächen. Laut Reuters sagte das Arbeitsministerium Unterstützung für weitere Verhandlungen zu.
Die Aussicht auf eine mögliche Einigung sorgte an den Märkten zunächst für positive Reaktionen: Die Aktie von Samsung Electronics legte im nachbörslichen Handel in Seoul um rund 2,6 % zu.
Bereits Anfang der Woche hatte Samsung-Aufsichtsratschef Shin Je-yoon die Beschäftigten öffentlich aufgefordert, den Konflikt im Dialog zu lösen. Er warnte davor, dass ein längerer Streik „ernste Konsequenzen“ für die südkoreanische Wirtschaft haben könnte.
Der Konflikt steht auch im Zusammenhang mit dem aktuellen KI-Boom und steigenden Gewinnen im Halbleitergeschäft. Gewerkschaften argumentieren, dass Mitarbeiter stärker an den Erfolgen beteiligt werden müssten, insbesondere im Vergleich zum Konkurrenten SK Hynix, der höhere Bonusmodelle eingeführt hat.
Samsung Electronics befindet sich derzeit in einer wichtigen Phase des Wettbewerbs um KI- und Speicherchips. Arbeitskämpfe oder Produktionsstörungen könnten sich daher direkt auf globale Lieferketten und den Markt für Speicher- und KI-Halbleiter auswirken.


