Morrow Batteries meldet Insolvenz an
Der norwegische Batteriehersteller Morrow Batteries hat angekündigt, Insolvenzverfahren einzuleiten. Betroffen sind neben der Muttergesellschaft Morrow Batteries ASA auch die Tochterunternehmen Morrow Technologies AS und Morrow Industrialization Center AS.
Der Vorstand erklärte, dass es trotz intensiver Verhandlungen nicht gelungen sei, innerhalb des verfügbaren Zeitrahmens neue Investoren oder zusätzliche Finanzierung zu sichern. Mehrere Gespräche mit Industriepartnern und Finanzinvestoren hätten sich laut Unternehmen bereits in einem fortgeschrittenen Stadium befunden, konnten jedoch aufgrund der angespannten Liquiditätssituation nicht rechtzeitig abgeschlossen werden.
Morrow wurde 2020 gegründet und galt als eines der ambitioniertesten Batterieprojekte Europas. Das Unternehmen konzentrierte sich auf die Entwicklung und Produktion von Lithium-Ionen-Batteriezellen, insbesondere auf LFP- und LNMO-Technologien für Energiespeicher- und Industrieanwendungen.
Noch vor wenigen Wochen hatte das Unternehmen Fortschritte gemeldet. Dazu gehörten erste Zelllieferungen an das finnische Unternehmen Proventia sowie der Abschluss des ersten Verteidigungsvertrags mit einem deutschen Kunden. Gleichzeitig wurde die Produktion im Werk in Arendal weiter hochgefahren.
Trotz dieser Entwicklungen verschlechterte sich die finanzielle Situation des Unternehmens zuletzt deutlich. Als Ursachen nennt Morrow unter anderem den kapitalintensiven Aufbau der Produktion, steigende Finanzierungskosten, Verzögerungen bei der Industrialisierung sowie zunehmenden Wettbewerbsdruck und Preisverfall im globalen Batteriemarkt.
Der Fall gilt als weiterer Rückschlag für Europas Batterieindustrie. Bereits zuvor waren mehrere europäische Batterieprojekte unter Druck geraten oder gescheitert, darunter Northvolt und Britishvolt.
Nach Angaben norwegischer Medien sind mehr als 200 Mitarbeiter betroffen. Die Insolvenz wird nun durch das zuständige Gericht in Norwegen verwaltet.




