Jotel investiert trotz volatiler Marktlage in Produktionsausbau
Der estnische EMS-Anbieter Jotel ist mit einem deutlichen Produktionswachstum ins Jahr 2026 gestartet und investiert gleichzeitig in neue Fertigungstechnik, obwohl die kurzfristige Planbarkeit im Markt zunehmend schwieriger wird.
Das Unternehmen verzeichnete zu Jahresbeginn einen Anstieg der Produktionsvolumina um 40 % und investiert rund 600.000 Euro in neue Produktionsanlagen. Dazu gehören ein Inline-AOI-System mit Fördersystemen, ein Lasersystem, eine Conformal-Coating-Anlage sowie ein neuer Lotpastendrucker für die Produktionslinie.
Laut Jotel sollen die Investitionen höhere Produktionsvolumina ermöglichen und gleichzeitig Qualität sowie Liefersicherheit sichern. Zudem bereitet das Unternehmen sein Werk in Tallinn auf komplexere Projekte vor.
„Aufträge werden kurzfristiger und Kunden vorsichtiger, was die Produktionsplanung zunehmend erschwert“, sagte Imre Jõgi, Head of Sales and New Product Introduction bei Jotel. „Gleichzeitig ist die Nachfrage nicht verschwunden. Langfristig sehen wir weiterhin Wachstum, insbesondere in den Bereichen Verteidigung, Energie und industrielle Automatisierung.“
Zusätzlich zu den Produktionsinvestitionen hat Jotel mit der Einführung des Informationssicherheitsstandards ISO 27001 begonnen. Unterstützt wird das Projekt von Enterprise Estonia. Die Zertifizierung soll bis Ende 2026 abgeschlossen werden und steht laut Unternehmen im direkten Zusammenhang mit steigenden Anforderungen aus den Bereichen Verteidigung und Industrie.
Jotel betreibt einen Produktionsstandort in Tallinn, beschäftigt 25 Mitarbeiter und erzielte 2025 einen Umsatz von rund 3 Millionen Euro. Etwa 80 % der Produktion gehen in den Export. Zu den Zielmärkten zählen industrielle Automatisierung, Energie, Infrastruktur sowie Verteidigungs- und Dual-Use-Anwendungen.




