Rüstungsausgaben treiben Umsatzboom – Europas Top 20
Die weltweit größten Rüstungsunternehmen konnten ihre Umsätze im Jahr 2024 deutlich steigern, da Regierungen ihre militärischen Fähigkeiten weiter ausbauen und modernisieren.
Laut neuen Daten des Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) erreichten die kombinierten Rüstungsumsätze der Top 100 Unternehmen einen Rekordwert von 679 Milliarden US-Dollar – ein Anstieg von 5,9 % gegenüber 2023.
Das Wachstum spiegelt die anhaltend hohe Nachfrage wider, die durch laufende Konflikte, steigende geopolitische Spannungen und eine langfristige Aufrüstungspolitik getrieben wird.
Europa legt deutlich zu
Europäische Rüstungsunternehmen verzeichneten im Jahresverlauf ein besonders starkes Wachstum. Von den 26 gelisteten Unternehmen (ohne Russland) konnten 23 ihre Umsätze steigern.
Die gemeinsamen Erlöse stiegen um 13 % auf 151 Milliarden US-Dollar. Haupttreiber waren die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine sowie die Auffüllung nationaler Bestände.
Besonders hervorzuheben ist die Czechoslovak Group, die mit einem Wachstum von 193 % auf 3,6 Milliarden US-Dollar die höchste Steigerungsrate aller Top-100-Unternehmen erzielte – vor allem durch die hohe Nachfrage nach Munition und groß angelegte Lieferprogramme.
Auch die ukrainische Rüstungsindustrie verzeichnete ein starkes Wachstum, mit einem Anstieg der Umsätze um 41 % im Jahr 2024.
US-Unternehmen weiterhin führend
US-Unternehmen dominieren weiterhin die globale Rüstungsindustrie und stellen den größten Anteil am Gesamtumsatz.
Die meisten US-Firmen in den Top 100 konnten ihre Erlöse steigern, unterstützt durch starke Inlandsnachfrage und laufende Beschaffungsprogramme. Gleichzeitig weist SIPRI darauf hin, dass Teile der Branche weiterhin mit Produktionsproblemen, Verzögerungen und steigenden Kosten konfrontiert sind.
Uneinheitliche Entwicklung in Asien
Im Gegensatz dazu verzeichneten Rüstungsunternehmen in Asien und Ozeanien einen leichten Umsatzrückgang.
Dieser ist vor allem auf rückläufige Umsätze chinesischer Unternehmen zurückzuführen, was SIPRI mit verschobenen oder abgesagten Aufträgen erklärt.
Nachfrage übersteigt weiterhin Angebot
Trotz des Umsatzwachstums bleibt die steigende Nachfrage durch Produktionsengpässe und Störungen in den Lieferketten begrenzt. Viele Unternehmen arbeiten weiterhin an einem wachsenden Auftragsbestand, während Kapazitäten und Lieferzeiten unter Druck stehen.
SIPRI erwartet daher, dass sich der Aufwärtstrend fortsetzt, da bestehende Aufträge schrittweise abgearbeitet werden und Unternehmen ihre Produktionskapazitäten weiter ausbauen.
Top 20 europäische Rüstungsunternehmen (SIPRI, 2024)
| Rank | Company | Country | Rank | Company | Country |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | BAE Systems | United Kingdom | 11 | Babcock International Group | United Kingdom |
| 2 | Leonardo | Italy | 12 | Dassault Aviation Group | France |
| 3 | Airbus | Trans-European | 13 | KNDS | Trans-European |
| 4 | Thales | France | 14 | Czechoslovak Group | Czechia |
| 5 | Rheinmetall | Germany | 15 | PGZ | Poland |
| 6 | Rolls-Royce | United Kingdom | 16 | JSC Ukrainian Defense Industry | Ukraine |
| 7 | Saab | Sweden | 17 | Fincantieri | Italy |
| 8 | Safran | France | 18 | Serco Group | United Kingdom |
| 9 | MBDA | Trans-European | 19 | ThyssenKrupp | Germany |
| 10 | Naval Group | France | 20 | Hensoldt | Germany |
Evertiq präsentierte das Ranking der größten europäischen Rüstungsunternehmen auf der Bühne der Evertiq Expo Kraków am 7. Mai und bot damit einen aktuellen Überblick über die europäische Verteidigungsindustrie.
Die Evertiq Expo wird im kommenden Jahr erneut in Kraków stattfinden – verpassen Sie es nicht.




