DMASS-Marktdaten: Europas Komponenten-Distribution wächst um 16,9 Prozent
Die europäische Distribution elektronischer Bauelemente ist im ersten Quartal 2026 auf 4,63 Milliarden Euro gewachsen. Das geht aus einer Pressemitteilung des europäischen Branchenverbands DMASS Europe vom 6. Mai hervor. Halbleiter und IP&E tragen den Zuwachs gemeinsam. Der Aufwärtstrend kommt vor allem aus Industrie- und Automatisierungsprojekten, bleibt aber von KI-getriebenen Speicherengpässen und regionalen Unterschieden geprägt.
Deutschland, Italien und nordische Länder tragen den europäischen Aufschwung
Der Markt legte in vielen Kernregionen zweistellig zu. Deutschland kam im ersten Quartal auf 1,08 Milliarden Euro und ein Plus von 18,5 Prozent. Italien erreichte 481,5 Millionen Euro und wuchs um 18,8 Prozent, die nordischen Länder lagen bei 403,9 Millionen Euro und plus 19,8 Prozent. Besonders kräftig entwickelte sich die Türkei mit 37,9 Prozent Wachstum – laut DMASS ein Zeichen veränderter Handelsströme und der wachsenden Rolle des Landes als Logistik- und Handelsschnittstelle.
Der Nachfrageimpuls kommt laut DMASS aus industriellen Anwendungen und Automatisierung. Automotive-nahe Felder erholen sich verhaltener. Damit folgt Europa einem anderen Muster als die USA und Asien, wo KI-Infrastruktur stärker auf die Bauelementenachfrage wirkt. Geopolitik, Energiekosten und Logistikrisiken bleiben die Schwachstellen des Aufschwungs.
Hermann Reiter, Chairman DMASS Europe, erklärte: „Was wir im ersten Quartal sehen, ist ein Markt, der vorankommt, aber weiter von strukturellen Abhängigkeiten und ungleichen regionalen Dynamiken geprägt wird. Die Nachfrage in Europa bleibt eng an industrielle Anwendungen gebunden, statt an die KI-getriebenen Nachfrageschübe in den USA und Asien.“
Memory setzt den stärksten Impuls im Halbleitermarkt
Die Halbleiterdistribution wuchs im ersten Quartal um 18,2 Prozent auf 2,84 Milliarden Euro. Die stärkste Dynamik kommt aus dem Memory-Geschäft: Das Segment sprang um 107,9 Prozent auf 462,6 Millionen Euro. DMASS führt diese Dynamik auf den weltweiten Ausbau von KI-Systemen zurück, der hohe Mengen an High Bandwidth Memory bindet und damit Engpässe sowie Preissteigerungen bis in die europäische Distribution trägt.
IP&E wächst näher an Europas Industrieprofil
Interconnect-, Passive- und Elektromechanik-Komponenten kamen zusammen auf 1,79 Milliarden Euro und ein Plus von 14,8 Prozent. Passive Bauelemente erreichten 633,6 Millionen Euro und wuchsen um 16,0 Prozent. Elektromechanik lag bei 1,03 Milliarden Euro und plus 14,9 Prozent. Stromversorgungen kamen auf 127,4 Millionen Euro und plus 8,6 Prozent.
Damit zeigt IP&E eine breitere und ruhigere Marktentwicklung als das stark von Memory geprägte Halbleitergeschäft. Die Nachfrage hängt hier enger an Automatisierung, Infrastrukturprojekten und klassischen Industrieanwendungen. Für den weiteren Jahresverlauf sieht DMASS Chancen durch industrielle Stärke und Anwendungskompetenz in Europa. Der Verband warnt zugleich vor fragilen Lieferketten, Energiepreisrisiken und dem Sog von KI-Investitionen außerhalb Europas.
Hermann Reiter, Chairman DMASS Europe, erklärte: „Das erste Quartal zeigt, dass Europa vorankommt. Die Aufgabe besteht nun darin, dieses neue Momentum in dauerhaften Fortschritt, größere Resilienz und eine stärkere strategische Position in einem sich schnell verändernden globalen Ökosystem zu überführen.“




