EPA und IEA melden Patentboom beim Batterierecycling
Das Europäische Patentamt und die Internationale Energieagentur melden einen deutlichen Schub bei Innovationen für Recycling und Zweitnutzung von Batterien. Das geht aus einer Pressemitteilung des Europäischen Patentamts vom 29. April hervor. Zwischen 2017 und 2023 stiegen internationale Patentfamilien zur Batterie-Kreislaufwirtschaft demnach im Schnitt um 42 Prozent pro Jahr. Treiber sind der Meldung zufolge der Hochlauf der Elektromobilität und die Suche nach verlässlicheren Rohstoffquellen.
Batterierecycling zieht bei Patenten deutlich an
Die Patentdaten zeigen, wie stark die Batterie-Kreislaufwirtschaft gegenüber anderen Technologiefeldern anzieht. Internationale Patentfamilien zu Recycling und Wiederverwendung von Batterien wuchsen von 2017 bis 2023 im Schnitt um 42 Prozent pro Jahr. Bei wiederaufladbaren Batterien insgesamt lag das jährliche Wachstum im gleichen Zeitraum bei 16 Prozent. Über alle Technologiefelder hinweg erreichte es zwei Prozent. Energiespeicher, darunter Batterien, machen inzwischen etwa 40 Prozent aller energiebezogenen Patentanmeldungen aus.
António Campinos, Präsident des Europäischen Patentamts, sagte: „Innovative Technologien für eine Batterie-Kreislaufwirtschaft sind der Schlüssel zu mehr Ressourcensicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und Umweltfreundlichkeit. Angesichts der zunehmenden Bedeutung des Batteriekreislaufs für globale Ressourcensysteme bringen sich Regionen, die über leistungsfähige industrielle Ökosysteme, positive politische Rahmenbedingungen und Zugang zu Recycling-Rohstoffen verfügen, in eine gute Ausgangsposition, um eine führende Rolle in diesem Sektor zu spielen. Europa bringt viele dieser Voraussetzungen mit und verfügt über ein vielfältiges Innovationsökosystem sowie politische Initiativen, die eine solide Grundlage für die Entwicklung von zirkulären Wertschöpfungsketten rund um Batterien bilden.“
Asien hat bei Batteriekreislauf-Patenten das größte Gewicht
Die Studie zeigt auch, wo die wichtigsten Patentaktivitäten entstehen. Auf Anmelder aus Asien entfielen 2023 laut Bericht 63 Prozent der internationalen Patentfamilien zur Batterie-Kreislaufwirtschaft. Bis 2019 führten japanische und koreanische Unternehmen wie Toyota, LG und Sumitomo das Feld an. Danach zog Brunp aus China vorbei. Chinas Anteil stieg von fünf Prozent im Jahr 2013 auf 29 Prozent im Jahr 2023.
Europa kommt auf etwa 20 Prozent der internationalen Patentfamilien. Die Schwerpunkte liegen bei der Sammlung von Altbatterien sowie bei chemischen Verfahren zur Rückgewinnung von Rohstoffen für neue Batterien.
Millionen E-Auto-Batterien nähern sich dem Lebensende
Der Druck dürfte in den kommenden Jahren steigen. Laut EPA und IEA war 2025 gut ein Viertel der weltweit verkauften Autos ein Elektrofahrzeug mit Lithium-Ionen- oder vergleichbaren Batterien. 2030 könnten rund 1,2 Millionen Fahrzeugbatterien ihr Lebensende erreichen. Bis 2040 könnte diese Zahl auf 14 Millionen steigen. Da Lieferketten für Batteriemineralien und Komponenten stark konzentriert bleiben, sollen Recycling und Zweitnutzung kritische Materialien im Kreislauf halten. Ausgediente Batterien werden damit zu einer möglichen Rohstoffquelle für neue Speicher.
Fatih Birol, Exekutivdirektor der Internationalen Energieagentur, erklärte: „Im Zeitalter der Elektrizität sind Batterien zu einem Eckpfeiler der Energieversorgungssicherheit und der industriellen Wettbewerbsfähigkeit geworden, aber ihr voller Wert wird sich nur dann entfalten, wenn die Länder starke Kreislaufsysteme um sie herum aufbauen. Die Beschleunigung von Innovationen im Bereich des Recyclings und der Wiederverwendung kann den Druck auf kritische Rohstoffversorgungsketten verringern, die Umweltauswirkungen reduzieren und neue wirtschaftliche Möglichkeiten schaffen. Europa hat wichtige Stärken, auf die es aufbauen kann, und dieser Bericht zeigt, wie gezielte Innovation und politische Unterstützung dazu beitragen können, Europa an die Spitze einer nachhaltigen Batteriewirtschaft zu bringen.“