Direct-to-Cell wächst rasant: Markt für Satellitenkommunikation steigt um 49 %
Die Direct-to-Cell-Technologie, die eine direkte Kommunikation zwischen Smartphones und Satelliten ermöglicht, tritt in eine Phase starken Wachstums ein. Laut TrendForce wird der globale Markt bis 2026 ein Volumen von 7,6 Milliarden US-Dollar erreichen – ein Anstieg von rund 49 % gegenüber dem Vorjahr.
Treiber dieser Entwicklung sind die fortschreitende Standardisierung, insbesondere durch 3GPP Release 17 und 18, sowie die steigende Nachfrage nach Konnektivität in Regionen ohne terrestrische Infrastruktur.
Satellitenbetreiber verlagern ihren Fokus zunehmend von klassischen Breitbanddiensten hin zur direkten Smartphone-Anbindung. Direct-to-Cell-Technologien tragen dazu bei, Funklöcher zu schließen und verbessern gleichzeitig die Effizienz von Notfallkommunikation – ein entscheidender Faktor für zukünftige Telekommunikationsinfrastrukturen.
Zu den wichtigsten Akteuren zählt SpaceX, das auf dem Mobile World Congress 2026 seine Lösung Starlink Mobile vorgestellt hat. Diese nutzt Satelliten der nächsten Generation in niedriger Erdumlaufbahn und bietet neben Textnachrichten auch Sprach- und Videodienste mit hoher Zuverlässigkeit. Ein weiterer zentraler Anbieter, AST SpaceMobile, plant den vollständigen Start seiner Direct-to-Cell-Dienste in den USA und Japan im Jahr 2026.
Die schnelle Marktdurchdringung wird durch die Unterstützung von Telekommunikationsanbietern sowie eine wachsende Nutzerbasis vorangetrieben. Gleichzeitig weitet sich das Anwendungsspektrum über den Privatkundenbereich hinaus aus: Insbesondere Unternehmen aus Branchen wie Bergbau und Landwirtschaft setzen verstärkt auf die Technologie, um auch in abgelegenen Gebieten Echtzeitdaten nutzen zu können.
Der Marktausbau wirkt sich entlang der gesamten Lieferkette aus. Im Upstream-Bereich spielen Komponenten wie Antennen, RF-Module und Baseband-Chips eine zentrale Rolle, die unter anderem von Unternehmen wie Analog Devices und Qorvo geliefert werden. Integratoren entwickeln komplette Satellitensysteme, während im Downstream-Bereich Smartphone-Hersteller wie Samsung, Google und Vivo sowie Netzbetreiber neue Dienste bereitstellen.
Besonders stark positioniert sind laut TrendForce Unternehmen aus Taiwan, die über umfassende Kompetenzen bei Kommunikationskomponenten verfügen, etwa bei Ka-Band-Phased-Array-Antennen und GaN-Technologien.
Herausforderungen bestehen weiterhin bei komplexen Technologien mit hohen Markteintrittsbarrieren, darunter die laserbasierte Kommunikation zwischen Satelliten (ISL), bei der Integrationsprobleme bestehen.
