Konflikt im Nahen Osten treibt Leiterplattenpreise nach oben
Gestörte Rohstofflieferungen aus der Golfregion lassen die Kosten für Leiterplatten laut Branchenkreisen deutlich steigen. Davon berichtete Reuters am 27. April. Auslöser ist unter anderem der Produktionsstopp bei hochreinem PPE-Harz in Saudi-Arabien. Der Boom bei KI-Servern erhöht den Bedarf und verschärft den Kostendruck in der Lieferkette.
PPE-Ausfall verschärft Lage bei Leiterplatten
Laut Reuters geht die aktuelle Verknappung unter anderem auf einen Angriff auf den saudi-arabischen Petrochemiekomplex Jubail Anfang April zurück. Dort wurde die Produktion von hochreinem Polyphenylenether-Harz gestoppt, das für Leiterplattenlaminate benötigt wird. Der Betreiber SABIC steht Reuters zufolge für rund 70 Prozent der weltweiten Versorgung mit hochreinem PPE-Harz und konnte die Produktion bisher nicht wieder aufnehmen. Auch bei weiteren Harzen zeigt sich der Engpass: Beim südkoreanischen Leiterplattenhersteller Daeduck Electronics haben sich die Wartezeiten für Epoxidharz laut einem Manager von drei auf 15 Wochen verlängert.
Materialkosten steigen entlang der PCB-Lieferkette
Die Preise für Leiterplatten steigen bereits seit Ende vergangenen Jahres, getrieben durch die wachsende Nachfrage nach KI-Servern. Seit März habe sich die Nachfrage nach Rohstoffen laut Reuters weiter verschärft. Allein im April seien die PCB-Preise laut Goldman-Sachs-Analysten gegenüber März um bis zu 40 Prozent gestiegen.
Ein wichtiger Kostentreiber ist Kupferfolie. Sie kostet dem Bericht zufolge seit Jahresbeginn bis zu 30 Prozent mehr. Nach Angaben des chinesischen Nvidia-Zulieferers Victory Giant Technology entfallen rund 60 Prozent der Rohstoffkosten in der Leiterplattenfertigung auf Kupfer.
Das schlägt besonders bei komplexeren Leiterplatten durch: Mehrlagige Leiterplatten können demnach etwa 1.394 Yuan (rund 204 US-Dollar) pro Quadratmeter kosten, hochwertigere Ausführungen für KI-Server rund 13.475 Yuan (etwa 1.970 US-Dollar).