Volkswagen erwartet Q1-Belastung nach EV-Produktionsstopp in den USA
Volkswagen muss im ersten Quartal 2026 voraussichtlich eine finanzielle Belastung verbuchen, nachdem das Unternehmen die Produktion seines Elektro-SUV ID.4 im Werk in Chattanooga, Tennessee, eingestellt hat, wie Reuters berichtet.
Laut Analysten wird Volkswagen eine Abschreibung in Höhe von 60 bis 75 % der ursprünglichen Investition von rund 800 Millionen US-Dollar vornehmen müssen, die für die Umrüstung des Werks auf die ID.4-Produktion vorgesehen war. Ein Unternehmenssprecher bestätigte diese Einschätzung.
Trotz dieser einmaligen Belastung dürfte das operative Ergebnis im ersten Quartal bereinigt um die Abschreibung im Jahresvergleich steigen. Analysten gehen zudem davon aus, dass Volkswagen langfristig davon profitieren könnte, ein wenig profitables Modell aus dem US-Portfolio zu streichen.
Der Produktionsstopp folgt auf die Ankündigung vom 9. April, die Fertigung des ID.4 in den USA einzustellen. Als Grund nannte das Unternehmen ein herausforderndes Marktumfeld für Elektrofahrzeuge in den Vereinigten Staaten.
Ein zentraler Faktor ist der Wegfall staatlicher Förderungen: Nachdem die US-Regierung im vergangenen Jahr die Steuervergünstigung von 7.500 US-Dollar für den Kauf von Elektrofahrzeugen abgeschafft hatte, ist die Nachfrage deutlich unter Druck geraten. In der Folge haben mehrere Automobilhersteller ihre Produktionspläne angepasst oder zurückgefahren.
Die Entscheidung unterstreicht die aktuellen Herausforderungen für OEMs bei der Transformation zur Elektromobilität. Während langfristige Investitionen in Elektrifizierung weiterhin bestehen, zwingen kurzfristige Marktbedingungen und Nachfrageunsicherheiten viele Hersteller dazu, ihre Strategien anzupassen.




