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Elektronikproduktion |

Modulare Robotik als Schlüssel für Flexibilität in der High-Mix-Fertigung

Auf der Evertiq Expo Tampere 2026 standen modulare Robotik und praxisnahe Automatisierung im Fokus. Piotr Owczarek, Executive Leader Industrial Operations & AI Innovation bei Fitech und AIRob, erläuterte, wie Hersteller den Herausforderungen von High-Mix-, Low-Volume-Produktionen (HMLV) begegnen können.

HMLV-Umgebungen zählen zu den komplexesten Bereichen der Elektronikfertigung. Häufige Produktwechsel, kurze Lieferzeiten und schwankende Nachfrage setzen Produktionsprozesse kontinuierlich unter Druck. Laut Owczarek bieten modulare Robotiksysteme hier eine Möglichkeit, mehr Flexibilität zu schaffen – ohne die Starrheit klassischer Automatisierung.

Die Integration solcher Systeme ist jedoch anspruchsvoll. „Es gibt zwei Hauptprobleme: technische und menschliche“, erklärt Owczarek. Technisch erfordert jede Veränderung an der Produktionslinie eine vollständige Neukalibrierung von Robotern, Testsystemen und Positionen. Gleichzeitig spielt der menschliche Faktor eine große Rolle: Bestehende Prozesse werden oft ungern verändert, da Anpassungen als Risiko wahrgenommen werden.

Trotz dieser Hürden sieht Owczarek klare Vorteile. Der Return on Investment modularer Robotik liegt nicht in einzelnen Prozessschritten, sondern in ihrer Anpassungsfähigkeit. „Es ist nicht der Prozess entscheidend – sondern die Flexibilität. Modulare Lösungen funktionieren überall dort, wo Veränderung notwendig ist“, so Owczarek.

Gerade im Vergleich zu klassischen Automatisierungslösungen zeigt sich dieser Vorteil deutlich. Starre Systeme können mit kurzen Produktlebenszyklen oft nicht Schritt halten, insbesondere wenn sich Anforderungen schnell ändern.

Ein weiterer zentraler Punkt ist der richtige Ansatz zur Automatisierung. Unternehmen sollten zunächst ihre Prozesse vereinfachen, bevor sie Automatisierung implementieren. „Der größte Fehler ist, zu automatisieren, bevor der Prozess vereinfacht wurde“, betont Owczarek. Seiner Einschätzung nach lassen sich etwa 70–80 % der Prozesse sinnvoll automatisieren, während der Rest weiterhin von Menschen übernommen werden sollte.

Auch die Rolle von künstlicher Intelligenz in der Fertigung gewinnt an Bedeutung. Dabei geht es weniger um klassische KI-Anwendungen, sondern um sogenannte „Physical AI“, also Systeme, die physische Umgebungen analysieren und darauf reagieren können.

Ein Beispiel sind Robotersysteme mit visueller Erkennung, die sich an veränderte Bedingungen wie unterschiedliche Lichtverhältnisse anpassen können. „Wenn sich die Umgebung verändert, kann die KI die Situation analysieren und reagieren – darin liegt der Mehrwert“, erklärt Owczarek. Gleichzeitig warnt er vor überhöhten Erwartungen: „KI ist nie zu 100 % zuverlässig. Wenn man absolute Sicherheit erwartet, wird sie zum Hype. Wenn man mit Wahrscheinlichkeiten arbeitet, wird sie zum Vorteil.“

Für EMS-Anbieter bleibt die zentrale Erkenntnis: Der Erfolg liegt nicht in vollständiger Automatisierung, sondern in flexiblen, modularen Lösungen, die sich an reale Produktionsanforderungen anpassen lassen.

Piotr Owczarek wird diese Themen erneut auf der Evertiq Expo Kraków am 7. Mai 2026 vertiefen.


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