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Analysen |

Foundry-Markt wächst um 24,8 % – doch nicht alle Segmente halten Schritt

Bereits im Dezember stellte Claus Aasholm, Analyst bei Semiconductor Business Intelligence, in Evertiq eine zentrale Frage: Existiert der klassische Halbleiterzyklus noch? Seine These: Das durch künstliche Intelligenz getriebene Wachstum spaltet den Markt zunehmend in parallele Entwicklungen, die sich nicht mehr in einer einzigen Kennzahl abbilden lassen.

Neue Daten von TrendForce stützen diese Sichtweise. Zwar zeigt sich der Markt insgesamt robust, doch das Wachstum konzentriert sich zunehmend auf einzelne Segmente, während große Teile der Branche deutlich langsamer wachsen.

Laut TrendForce soll der globale Foundry-Umsatz im Jahr 2026 um 24,8 % auf rund 218,8 Milliarden US-Dollar steigen. Den größten Anteil daran wird voraussichtlich TSMC haben, mit einem erwarteten Wachstum von etwa 32 % gegenüber dem Vorjahr. Kapazitäten im Bereich von 5/4 nm und darunter sind bereits vollständig ausgelastet, mit Auftragsbeständen bis ins Jahr 2027.

Der vollständige Gastartikel von Claus Aasholm sowie seine Analyse sind hier zu finden: „The deconstruction of a Semiconductor Cycle“.

Treiber dieser Entwicklung ist vor allem der KI-Boom. Die Nachfrage nach fortschrittlichen Fertigungsprozessen wird durch GPUs von NVIDIA und AMD sowie durch eigene Chipentwicklungen großer Hyperscaler wie Google, Amazon Web Services und Meta angetrieben. Auch KI-Unternehmen wie OpenAI und Groq treiben diese Entwicklung voran, wobei viele Designs 2026 in die Massenproduktion gehen dürften.

Der steigende Druck zeigt sich bereits in der Preisentwicklung. TSMC hat die Preise für fortschrittliche Knoten unterhalb von 5/4 nm für 2026 erhöht, weitere Anpassungen sind möglich. Auch Samsung Electronics hat bereits im vierten Quartal 2025 Preiserhöhungen angekündigt.

Außerhalb des Leading-Edge-Bereichs zeigt sich jedoch ein differenzierteres Bild. Im 8-Zoll-Segment wird die Nachfrage vor allem durch KI-bezogene Power-Management-Komponenten sowie die Binnenmärkte in China gestützt. Gleichzeitig haben OEMs – insbesondere im PC- und Notebookbereich – frühzeitig Lager aufgebaut, um steigenden Speicherpreisen und erwarteten Kostensteigerungen bei ICs zuvorzukommen.

Zusätzliche Impulse kommen aus Bereichen wie Display-Treiber-ICs (DDI) und Bildsensoren (CIS), die sich leicht besser entwickeln als in früheren Zyklen. Dennoch bleiben die Auslastungsraten uneinheitlich: Während einige Foundries eine bessere Auslastung erreichen, arbeiten andere weiterhin unter Kapazität, was flächendeckende Preiserhöhungen erschwert.

Ein ähnliches Ungleichgewicht zeigt sich bei 12-Zoll-Wafern auf reifen Knoten (28 nm und darüber). Trotz Kapazitätsausbau bleibt die Nachfrage, insbesondere im Bereich Consumer Electronics, unsicher – auch beeinflusst durch hohe Speicherpreise. Prozessmigrationen und Produkt-Upgrades könnten zwar die Margen verbessern, doch eine vollständige Auslastung ist vielerorts weiterhin nicht in Sicht.

In der Praxis bedeutet dies, dass das prognostizierte Wachstum von 24,8 % nicht die Realität der gesamten Halbleiterindustrie widerspiegelt. Das Wachstum konzentriert sich stark auf fortschrittliche Technologien und KI-getriebene Anwendungen, während andere Segmente empfindlicher auf Nachfrage- und Preisschwankungen reagieren.

Damit bestätigt sich die eingangs gestellte Frage: Statt eines einheitlichen Zyklus scheint sich der Markt zunehmend in mehrere parallele Entwicklungen aufzuteilen.

Diese Fragestellung wird am 7. Mai auf der Evertiq Expo in Kraków sowie am 21. Mai auf der Evertiq Expo Lund weiter diskutiert, wo Claus Aasholm seine Analysen zur Entwicklung des Halbleitermarktes vorstellen wird.


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