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Analysen |

Die verborgene Seite der Obsoleszenz: Wenn Lagerung zur Lösung wird

Wenn Ingenieure über die Abkündigung von Bauteilen sprechen, beginnt die Diskussion meist mit demselben Ereignis: der End-of-Life-Mitteilung.

Ein Hersteller kündigt an, die Produktion eines Halbleiters einzustellen, die Zeit läuft, und Unternehmen versuchen, sich durch Last-Time-Buys einzudecken oder ihre Produkte neu zu entwickeln.

Doch die Realität der Obsoleszenz ist komplexer als eine einzelne Ankündigung.

In vielen Fällen verschwinden Bauteile nicht einfach vom Markt. Stattdessen existieren sie weiterhin – in Lagern, Beständen, auf Sekundärmärkten und idealerweise in Langzeitlagerungseinrichtungen weltweit.

Damit stellt sich jedoch eine entscheidende Frage: Kann man diesen Bauteilen noch vertrauen?

Moderne Elektronik basiert häufig auf Komponenten, die viele Jahre zuvor gefertigt wurden. In Branchen wie Luft- und Raumfahrt, Verteidigung, Medizintechnik und Industrieautomation, in denen Produktlebenszyklen Jahrzehnte umfassen können, ist Langzeitlagerung nichts Ungewöhnliches.

Auch wenn Halbleiter elektrisch lange funktionsfähig bleiben, können sich Materialien und Gehäuse im Laufe der Zeit verändern.

Feuchtigkeit, Oxidation, Korrosion und Alterung von Verpackungsmaterialien können den Zustand gelagerter Komponenten beeinflussen. Selbst wenn Bauteile äußerlich intakt erscheinen, können reduzierte Lötbarkeit oder subtile Materialveränderungen die Zuverlässigkeit im späteren Einsatz beeinträchtigen.

Damit entsteht eine oft unterschätzte Form der Obsoleszenz: Bauteile, die technisch noch verfügbar sind – deren Zuverlässigkeit jedoch unsicher geworden ist.

Für Hersteller bedeutet das, dass reines Lagern nicht ausreicht. Notwendig sind kontrollierte Lagerbedingungen, die Überwachung von Umwelteinflüssen sowie Prüfverfahren, die die langfristige Integrität der Komponenten sicherstellen.

Mit zunehmend kürzeren Halbleiterlebenszyklen gewinnt dieses Thema weiter an Bedeutung. Viele Unternehmen sind gezwungen, Komponenten deutlich länger einzusetzen, als ursprünglich vorgesehen.

Auf der Evertiq Expo in Tampere am 26. März wird Gunter Mößinger von HTV Alter Technology diese oft übersehene Dimension der Obsoleszenz näher beleuchten. In seinem Vortrag „Managing semiconductor obsolescence: storage, ageing, and long-term reliability“ geht es um Alterungsmechanismen wie Korrosion und Materialabbau sowie um Strategien, mit denen sich Qualität sichern, Lebensdauer verlängern und langfristige Zuverlässigkeit gewährleisten lässt.

Denn in der heutigen Elektronikindustrie geht es bei Obsoleszenz nicht nur um die Bauteile, die verschwinden – sondern auch um diejenigen, die bleiben, und darum, wie gut sie gemanagt werden.


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