Aspocomp kehrt 2025 in die Gewinnzone zurück
Der finnische Leiterplattenhersteller Aspocomp Group hat 2025 ein deutliches Umsatzwachstum verzeichnet und ist wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt. Die Nettoumsätze stiegen im Jahresvergleich um 38 Prozent, getragen von einer robusten Nachfrage aus der Halbleiter- sowie der Verteidigungsindustrie.
Im Gesamtjahr beliefen sich die Nettoumsätze auf 38,2 Millionen Euro nach 27,6 Millionen Euro im Jahr 2024. Das operative Ergebnis fiel mit 0,9 Millionen Euro positiv aus, nachdem im Vorjahr noch ein operativer Verlust von 4,0 Millionen Euro verzeichnet worden war.
Nach Angaben des Unternehmens wurde die Verbesserung vor allem durch eine starke Nachfrage aus der Halbleiterbranche sowie aus den Segmenten Sicherheit, Verteidigung und Luft- und Raumfahrt getragen. Hinzu kamen eine höhere Auslastung der Produktionskapazitäten sowie Effizienzmaßnahmen, die Ende 2024 eingeführt worden waren.
CEO Manu Skyttä erklärte, das Unternehmen habe im Laufe des Jahres eine „signifikante operative Wende“ erreicht. Das Werk in Oulu verzeichnete die bislang höchsten Auslieferungsmengen und trug damit maßgeblich zur Rückkehr in die Profitabilität bei.
Im vierten Quartal wurde die Profitabilität jedoch durch Produktionsstörungen belastet. Ein Anlagenfehler im Werk Oulu reduzierte den Produktionsdurchsatz, was im Zeitraum Oktober bis Dezember zu einem operativen Verlust von 0,4 Millionen Euro führte. Zusätzlich belasteten margenarme Aufträge aus dem Jahr 2024, die noch bis ins zweite Quartal 2026 ausgeliefert werden.
Halbleiter- und Verteidigungssegmente treiben Wachstum
Besonders stark entwickelte sich das Halbleitersegment: Der Jahresumsatz verdoppelte sich nahezu auf 17,5 Millionen Euro nach 8,5 Millionen Euro im Vorjahr. Laut Unternehmen wurde das Wachstum vor allem durch Investitionen im Zusammenhang mit KI-Anwendungen getrieben.
Auch das Segment Sicherheit, Verteidigung und Luft- und Raumfahrt legte deutlich zu, mit einem Umsatzplus von 44 Prozent auf 9,3 Millionen Euro.
Demgegenüber blieb das Automotive-Geschäft mit 6,9 Millionen Euro weitgehend stabil, während die Telekommunikationsumsätze leicht auf 2,3 Millionen Euro zurückgingen. Die Industrieelektronik verzeichnete einen stärkeren Rückgang um 34 Prozent auf 2,1 Millionen Euro infolge schwächerer Endmärkte.
Europäische PCB-Nachfrage zieht an
Skyttä zufolge zeigen sich im Marktumfeld strukturelle Veränderungen. Erstmals seit den 2000er-Jahren gebe es Anzeichen für eine steigende Nachfrage nach europäischer Leiterplattenfertigung, getrieben durch den Fokus auf regionale Versorgungssicherheit und Resilienz der Lieferketten. Gleichzeitig führten Konsolidierung und Schwierigkeiten kleinerer Anbieter zu einem Rückgang der Produktionskapazitäten in Europa.
Zur Vorbereitung auf die erwartete Nachfrage hat Aspocomp ein Investitionsprogramm von mehr als 10 Millionen Euro am Standort Oulu gestartet. Ziel sind Kapazitätsausbau, Qualitätsverbesserungen sowie eine Verringerung des Risikos technischer Ausfälle. Die neuen Kapazitäten sollen ab 2027 schrittweise in Betrieb gehen.
Ausblick für 2026
Für 2026 erwartet Aspocomp weiterhin eine solide Nachfrage, insbesondere aus den Bereichen Verteidigung und Halbleiter. Das Unternehmen rechnet damit, sowohl Umsatz als auch operatives Ergebnis gegenüber 2025 weiter zu steigern.



