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© Future Electronics
Leiterplatten |

Materialknappheit und KI-Boom setzen Lieferketten der Leiterplattenindustrie unter Druck

Die Lieferzeiten für Leiterplatten verlängern sich derzeit in vielen Bereichen der Elektronikindustrie. Das berichtet ILFA in einer Pressemitteilung vom 6. März 2026. Knappere Basismaterialien, steigende Rohstoffpreise und ein wachsender Bedarf an komplexen Leiterplatten verändern aktuell die Marktlage. Besonders Anwendungen im Umfeld von Künstlicher Intelligenz treiben die Nachfrage nach leistungsfähigen Leiterplatten an.

KI-Ausbau und Materialengpässe verändern die Dynamik im Leiterplattenmarkt

Die Versorgung mit Basismaterialien für Leiterplatten steht weltweit zunehmend unter Spannung. Verschiedene Entwicklungen wirken derzeit gleichzeitig auf die Lieferketten: Der Markt kämpft mit einem knappen Angebot an Glasfasergewebe – einem zentralen Bestandteil vieler PCB-Laminate – während zugleich die Preise für wichtige Rohstoffe steigen.

Gleichzeitig wächst der Bedarf an leistungsfähigen Leiterplatten deutlich. Treiber sind unter anderem neue Anwendungen rund um Künstliche Intelligenz sowie der Ausbau großer Rechenzentren, die besonders komplexe Leiterplatten benötigen. 

Parallel dazu entstehen neue Fertigungskapazitäten, vor allem in Asien. Chinesische Unternehmen haben in den vergangenen zwei Jahren Milliardenbeträge in zusätzliche Produktionsstandorte investiert, darunter Anlagen in Thailand. Viele dieser neuen Werke sind auf hochlagige Leiterplatten mit mehr als 40 Lagen ausgelegt, wie sie in KI-Systemen und moderner Serverinfrastruktur eingesetzt werden. 

Lieferzeiten länger, Preise ziehen an

Die angespannte Materialversorgung wirkt sich inzwischen deutlich auf die Lieferzeiten aus. Bei hochwertigen Laminaten mit hoher Glasübergangstemperatur (High Tg) müssen Hersteller derzeit mit Wartezeiten von bis zu 140 Tagen rechnen. Doch auch Standardmaterialien sind betroffen: Für FR-4-Laminate hat sich die Lieferzeit von wenigen Tagen auf rund vier Wochen verlängert. Viele Leiterplattenwerke arbeiten mit hoher Auslastung, sodass sich in zahlreichen Fertigungen Auftragsbestände von drei bis vier Monaten aufgebaut haben.

In der Folge steigen die Preise für verschiedene Basismaterialien deutlich. In einigen Bereichen liegen die aktuellen Aufschläge bei etwa 10 bis 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr, in einzelnen Segmenten werden sogar Preissteigerungen von 20 bis 30 Prozent beobachtet. Erste Hersteller haben zudem begonnen, Materialmengen zu kontingentieren.

Zusätzliche Unsicherheiten entstehen durch Veränderungen in der globalen Logistik. Geopolitische Entwicklungen beeinflussen Transportwege und Kosten. Wenn Lieferungen kurzfristig von See- auf Luftfracht umgestellt werden, erhöht das die Transportkosten und kann die Lieferzeiten weiter beeinflussen.


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