Applied Materials zahlt 252 Millionen US-Dollar wegen illegaler Exporte nach China
Applied Materials hat eine Einigung mit dem Bureau of Industry and Security (BIS) des US-Handelsministeriums wegen mutmaßlicher Verstöße gegen Exportvorschriften erzielt. Das Unternehmen wird 252,5 Millionen US-Dollar zahlen – die zweithöchste jemals vom BIS verhängte Strafe.
Der Fall betrifft Lieferungen von Halbleiterfertigungsanlagen (Ionenimplantationssysteme) nach China zwischen November 2020 und Juli 2022. Die Ausrüstung wurde über Applied Materials Korea ohne die erforderlichen Exportlizenzen verschickt, nachdem der chinesische Kunde auf die Entity List gesetzt worden war. Der Wert der betroffenen Waren belief sich auf rund 126 Millionen US-Dollar.
„Das Bureau of Industry and Security setzt sich entschlossen für den Schutz sensibler amerikanischer Technologien und die Abschreckung von Rechtsverstößen ein. Unternehmen, die ihre Produkte weltweit exportieren, müssen sich an das Gesetz halten – andernfalls drohen empfindliche Strafen“, erklärte Jeffrey Kessler, Under Secretary of Commerce for Industry and Security, in einer Pressemitteilung.
Die Strafe in Höhe von 252 Millionen US-Dollar – das Doppelte des Transaktionswerts – entspricht dem gesetzlich zulässigen Höchstbetrag. Im Rahmen der Einigung wird Applied Materials sein Exportkontrollprogramm prüfen lassen und dem BIS jährlich entsprechende Bestätigungen vorlegen. Mitarbeiter, die für die Lieferungen verantwortlich waren, darunter leitende Angestellte aus den Bereichen Handel und Produktion, haben das Unternehmen inzwischen verlassen.
Das US-Justizministerium sowie die Börsenaufsicht SEC haben ihre jeweiligen Untersuchungen im Zusammenhang mit dem Fall ohne weitere Maßnahmen abgeschlossen. Applied Materials erklärte, die Einigung beende die Überprüfung durch die US-Regierung und das Unternehmen bleibe weiterhin zu strengen Compliance-Praktiken verpflichtet.
„Applied Materials begrüßt, dass das Justizministerium und die SEC ihre jeweiligen Prüfungen abgeschlossen haben und mit dem Handelsministerium eine zivilrechtliche Einigung erzielt wurde, womit die Überprüfung durch die US-Regierung abgeschlossen ist. Applied ist der Ansicht, dass die Beilegung dieser Angelegenheit im besten Interesse des Unternehmens, seiner Kunden, Mitarbeiter und Aktionäre liegt“, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens.

