Niederländisches Gericht ordnet Untersuchung der Nexperia-Unternehmensführung an
Die niederländische Unternehmensgerichtskammer (Enterprise Chamber) hat entschieden, dass begründete Zweifel an einer ordnungsgemäßen Unternehmensführung beim Halbleiterhersteller Nexperia unter der früheren Governance-Struktur bestehen. Dies teilte das Unternehmen am 11. Februar mit.
Die Entscheidung folgt auf eine öffentliche Anhörung vom 14. Januar 2026 und betrifft sowohl die frühere Geschäftsführung von Nexperia als auch Maßnahmen der Muttergesellschaft Wingtech Technology seit Oktober 2025. Das Gericht ordnete daraufhin eine Untersuchung an, die sich voraussichtlich über mehrere Monate erstrecken wird.
Nexperia erklärte, man respektiere die Entscheidung und werde uneingeschränkt mit den gerichtlich angeordneten Ermittlungen kooperieren.
Bereits im Oktober 2025 verhängte Maßnahmen bleiben weiterhin in Kraft. Dazu zählen die Suspendierung des Wingtech-Managers Zhang Xuezheng sowie die unabhängige Verwaltung der Stimmrechte der indirekt von Wingtech gehaltenen Nexperia-Anteile.
An der aktuellen Führungsstruktur ändert sich nichts. Nexperia wird weiterhin von Interims-CEO Stefan Tilger, COO Achim Kempe und Chief Legal Officer Ruben Lichtenberg geleitet, gemeinsam mit dem gerichtlich bestellten, nicht geschäftsführenden Direktor Guido Dierick.
Trotz der laufenden rechtlichen Auseinandersetzungen bezeichnete das Unternehmen sein operatives Geschäft als „gesund und widerstandsfähig“. Der Fokus liege weiterhin auf der Stabilisierung der Lieferketten und der Sicherstellung der globalen Kundenversorgung.
Die Entscheidung des Gerichts erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender Diskussionen über Eigentümerstruktur und Governance von Nexperia, insbesondere im Zusammenhang mit geopolitischen Spannungen und der chinesischen Muttergesellschaft Wingtech.


