Anglia warnt vor längeren Lieferzeiten bei anziehender Marktnachfrage
Anglia Components warnt Kunden vor verlängerten Lieferzeiten für bestimmte elektronische Bauteile, da die Nachfrage in Großbritannien und Europa wieder anzieht.
Nach Angaben des Distributors haben sich Anfragen und Verkaufsaktivitäten seit Ende 2025 spürbar belebt – im Einklang mit früheren Markterwartungen. Parallel dazu beginnen Zulieferer, die Lieferzeiten in ausgewählten Produktkategorien zu verlängern.
„Wir sehen ein höheres Anfragevolumen und die Umsätze ziehen sowohl im Vereinigten Königreich als auch in der EU an“, sagt David Pearson, Technical Director bei Anglia, in einer Pressemitteilung. „Auch wenn wir uns über die Marktbelebung freuen, verlängern einige Lieferanten nun die Lead Times – noch nicht flächendeckend, aber in bestimmten Bereichen wie MEMS-Halbleitern.“
Pearson zufolge führt die Nachfrage aus KI-Rechenzentren dazu, dass einzelne Hersteller Kapazitäten zugunsten höhermargiger Produkte verlagern. So würden Speicherhersteller die Produktion von Consumer-Speichermodulen zugunsten von High-Bandwidth Memory (HBM) umstellen, was den Druck auf klassische DRAM-Produkte wie DDR-Speicher erhöhe.
Diese Entwicklungen beginnen laut Anglia auch Preiseffekte zu zeigen. In einzelnen Segmenten seien Preissteigerungen von rund 3 bis 5 Prozent zu beobachten, wenn auch nicht über den gesamten Markt hinweg.
Verschärft werde die Situation durch niedrigere Lagerbestände im Distributionskanal. Nach den Bestandsabbauten der vergangenen Jahre sei überschüssige Ware weitgehend abgebaut. Mit weiter steigender Nachfrage rechnet Anglia daher mit Engpässen und längeren Lieferzeiten, auch wenn der genaue Zeitpunkt noch unklar ist.
„Wir wissen nicht genau, wann der Kipppunkt erreicht wird“, sagt Pearson, „aber wir sind sicher, dass er kommt. Daher raten wir dringend, Abruf- und Terminaufträge jetzt zu platzieren, bevor Bauteilhersteller ihre Bücher für 2026 schließen – was bei einem Speicherlieferanten bereits geschehen ist.“


