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Elektronikproduktion |

KI-getriebener Superzyklus lässt Speicherumsätze weit über Foundry-Markt wachsen, sagt TrendForce

Der anhaltende KI-Boom dürfte den globalen Halbleitermarkt bis 2026 auf neue Rekordwerte treiben. Besonders stark profitiert dabei der Speichermarkt, dessen Umsatz laut TrendForce auf 551,6 Milliarden US-Dollar anwachsen soll. Damit wäre der Speicherbereich mehr als doppelt so groß wie der weltweite Wafer-Foundry-Markt, für den TrendForce einen Umsatz von 218,7 Milliarden US-Dollar prognostiziert.

Nach Einschätzung der Marktforscher markiert die Branche damit einen neuen Speicher-Superzyklus, der sich strukturell deutlich vom letzten Zyklus in den Jahren 2017 bis 2019 unterscheidet.

Neuer Superzyklus mit stärkerer Nachfrage und höherer Preissetzungsmacht

Während der vorherige Aufschwung vor allem durch den Ausbau von Cloud-Rechenzentren getragen wurde, ist der aktuelle Zyklus laut TrendForce enger, angebotsseitig restriktiver und nachhaltiger. Der Fokus der KI-Industrie verschiebt sich zunehmend von reinen Trainingsanwendungen hin zu großskaliger Inferenz, bei der schnelle Reaktionszeiten und effizienter Datenzugriff entscheidend sind.

Dies treibt die Nachfrage nach hochkapazitivem und hochbandbreitigem DRAM auf Serverebene weiter nach oben. Gleichzeitig steigen die Speicherbestückungen pro Server deutlich. Auch der Bedarf an Enterprise-SSDs wächst, nicht zuletzt durch die verstärkte Positionierung von Nvidias Vera-Rubin-Plattform.

Um Leistungsanforderungen und Kosten in Einklang zu bringen, setzen Cloud-Betreiber zunehmend auf hochkapazitive QLC-SSDs, insbesondere für datenintensive KI-Workloads. Ein weiterer Unterschied zu früheren Zyklen liegt in der Käuferstruktur: Nicht mehr Endgerätehersteller, sondern vor allem Hyperscaler und Cloud Service Provider (CSPs) treiben das Wachstum. Aufgrund ihrer geringeren Preissensitivität konnten Speicheranbieter laut TrendForce stärkere Preisanstiege durchsetzen als im letzten Superzyklus.

Foundry-Markt wächst stabiler, aber langsamer

Auch die Wafer-Foundries profitieren vom KI-Boom, insbesondere durch die Nachfrage nach fortschrittlichen Logikchips für Beschleuniger. Dennoch fällt das Umsatzwachstum hier deutlich moderater aus als im Speichermarkt.

TrendForce führt dies vor allem auf die Struktur des Foundry-Geschäfts zurück. Zwar erzielen Advanced-Node-Prozesse hohe Stückpreise, sie machen jedoch nur etwa 20 bis 30 Prozent der gesamten Foundry-Kapazität aus. Der Großteil der Produktion entfällt weiterhin auf reife Prozessknoten, die rund 70 bis 80 Prozent der Kapazitäten binden und das Umsatzwachstum begrenzen.

Hinzu kommt, dass Foundries stark auf langfristige Verträge angewiesen sind, was die Preisvolatilität reduziert und extreme Preissprünge – nach oben wie nach unten – weniger wahrscheinlich macht als im Speichermarkt.

Speicherhersteller können Kapazitäten flexibler ausbauen

Ein weiterer Treiber der wachsenden Umsatzlücke ist laut TrendForce die höhere Flexibilität beim Kapazitätsausbau. Speicherprodukte sind stärker standardisiert und benötigen in der Regel weniger Maskenlagen als Logikchips. Dadurch können Speicherhersteller Investitionen schneller und effizienter in zusätzliche Produktionskapazitäten umsetzen als reine Foundries, die eine Vielzahl unterschiedlicher Prozesse parallel unterstützen müssen.

Vor dem Hintergrund anhaltend starker KI-Investitionen und weiterhin knapper Angebotsverhältnisse erwartet TrendForce, dass Speicheranbieter ihre Preissetzungsmacht auch in den kommenden Quartalen behalten. Unter diesen Bedingungen dürfte das Umsatzwachstum im Speichermarkt jenes der Wafer-Foundries bis mindestens 2026 klar übertreffen.


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