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Analysen |

Deutsche Bauelemente-Distribution zeigt Erholung – Comeback mit Risiken

Nach zwei herausfordernden Jahren zeigt die Elektronikbauelemente-Distribution in Deutschland im zweiten Halbjahr 2025 wieder spürbare Anzeichen einer Erholung. Wie der Fachverband der Bauelemente-Distribution (FBDi) berichtet, verzeichnete die Branche im vierten Quartal 2025 zum zweiten Mal in Folge ein Umsatzwachstum gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Der Umsatz stieg im vierten Quartal um 7,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Mit einem Book-to-Bill-Index von 1,31 deutet sich zudem eine Belebung der Nachfrage an. Besonders auffällig ist der Auftragseingang, der im Vergleich zum vierten Quartal 2024 um 55,7 Prozent zulegte – ein positives Signal, das laut Verband jedoch noch keine nachhaltige Entwarnung darstellt.

Die Entwicklung unterscheidet sich deutlich zwischen den einzelnen Produktgruppen. Halbleiter erzielten einen Umsatz von 472,8 Millionen Euro, was einem Wachstum von 9,9 Prozent entspricht. Mit einem Book-to-Bill-Verhältnis von 1,42 zeigte sich hier eine besonders starke Nachfrage. Die Auftragseingänge stiegen um 77 Prozent, getragen vor allem von hohen Zuwächsen in den Bereichen MOS-Micro-Logik sowie Speicherbauelemente, die teils deutlich dreistellige Wachstumsraten verzeichneten.

Auch IP&E-Produkte entwickelten sich positiv. Der Umsatz lag bei 255,9 Millionen Euro, ein Plus von 9,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Auftragseingang übertraf das Vorjahresniveau um 28,3 Prozent, bei einem Book-to-Bill-Index von 1,11.

Trotz der positiven Signale bleibt der Ausblick vorsichtig. Der FBDi beschreibt die Lage als fragil, geprägt von geopolitischen Spannungen, volatilen Lieferketten und einem KI-getriebenen Technologieschub, der derzeit vor allem in den USA und Asien skaliert. Europas Chancen sieht der Verband weniger im Volumengeschäft, sondern in High-Mix-Low-Volume-Kompetenzen, industrieller Tiefe und der Transformation hin zu einer All-Electric-Society.

Für 2026 erwartet der FBDi ein Jahr strategischer Richtungsentscheidungen. Steigende Investitionen in KI-Infrastruktur, Defense und Aerospace könnten Wachstumsimpulse liefern, zugleich bestehe jedoch das Risiko erneuter globaler Schocks. Nachhaltiges Wachstum sieht der Verband vor allem dort, wo technologische Breite, Systemintegration und langlebige Industrieanwendungen konsequent genutzt werden.

Der Verband fordert daher eine stärkere europäische Koordination in Industrie- und Technologiepolitik. Gezielte Investitionen, Kooperationen und das konsequente Skalieren von Schlüsseltechnologien seien notwendig, um die Wettbewerbsfähigkeit Europas langfristig zu sichern. Fragmentierte Märkte und nationale Alleingänge würden dagegen die technologische Souveränität gefährden.


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