Steigende Kosten drücken auf TV-Markt – TrendForce senkt Prognose
Die weltweite TV-Industrie steht 2026 unter zunehmendem Kostendruck. Steigende Preise für Speicher, Display-Panels und Edelmetalle belasten die Profitabilität der Hersteller und verschärfen den Zielkonflikt zwischen Margensicherung und Marktanteilen. Das geht aus einer aktuellen Marktanalyse von TrendForce hervor.
TrendForce hat seine Prognose für die weltweiten TV-Auslieferungen im Jahr 2026 nach unten korrigiert. Statt eines Rückgangs von 0,3 % erwartet das Marktforschungsinstitut nun ein Minus von 0,6 % gegenüber dem Vorjahr. Die globalen TV-Auslieferungen werden demnach auf rund 194,81 Millionen Geräte sinken. Gleichzeitig gelten Preiserhöhungen für neue TV-Modelle zunehmend als unvermeidlich, da die bisherigen Niedrigpreisstrategien unter den aktuellen Kostenstrukturen nicht mehr tragfähig sind.
Bereits Anfang 2025 hatten Unsicherheiten rund um die US-Zollpolitik dazu geführt, dass TV-Marken ihre Beschaffung vorzogen und Lagerbestände aufbauten. Ab dem späten zweiten Quartal 2025 folgten jedoch Bestandsanpassungen, wodurch die üblicherweise starke dritte Jahreshälfte schwächer ausfiel. Erstmals sanken die Quartalsauslieferungen im dritten Quartal unter 50 Millionen Einheiten. Trotz Bemühungen im vierten Quartal, die Jahresziele zu erreichen und sich gegen steigende Speicherpreise abzusichern, gingen die weltweiten TV-Auslieferungen 2025 um 0,8 % auf rund 196,2 Millionen Geräte zurück.
Für das erste Halbjahr 2026 rechnet TrendForce mit temporärer Unterstützung durch saisonale Verkaufsanlässe wie den Super Bowl, die US-Steuerrückerstattungssaison, die Fußball-Weltmeisterschaft, das Lunar New Year sowie das 618-Shopping-Festival. Aufgrund vorgezogener Beschaffung infolge steigender Kosten könnten die Auslieferungen im ersten Quartal 2026 um 2 % auf 46,51 Millionen Einheiten zulegen. Für die zweite Jahreshälfte bleibt jedoch das Risiko einer erneut schwachen Hochsaison bestehen.
Ein zentraler Kostentreiber sind Display-Panels, die rund 40–50 % der gesamten TV-Herstellungskosten ausmachen. Die Panelpreise stiegen im Januar 2026 erneut an. Gleichzeitig steht der TV-Speichermarkt unter Druck, da Produktionskapazitäten zunehmend von HBM- und Server-Anwendungen absorbiert werden. Seit der zweiten Hälfte 2025 befinden sich die Speicherpreise daher in einem anhaltenden Aufwärtstrend.
Besonders deutlich zeigt sich dies bei DDR4-Speicher: Die Vertragspreise für 4-GB-DDR4, die häufig in 4K-Fernsehern eingesetzt werden, haben sich innerhalb eines Jahres mehr als vervierfacht und sollen im ersten Quartal 2026 nochmals um über 60 % gegenüber dem Vorquartal steigen.
Der Kostenanteil von DRAM an der TV-Stückliste (BOM) lag vor dem Preisanstieg bei 2,5–3 %, ist inzwischen jedoch auf 6–7 % gestiegen. Dies setzt insbesondere kleinere Hersteller ohne Skaleneffekte erheblich unter Druck.
Auf der positiven Seite erwartet TrendForce, dass chinesische Subventionsprogramme auch 2026 fortgeführt werden, allerdings mit Fokus auf besonders energieeffiziente Premiumprodukte. Davon dürften vor allem Mini-LED-Fernseher profitieren. Zudem präsentierten führende Hersteller auf der CES 2026 neue RGB-TV-Technologien, die zunehmend auch in erschwinglicheren Bildschirmgrößen zwischen 55 und 75 Zoll angeboten werden.
TrendForce hat seine Prognose für den Mini-LED-TV-Anteil im Jahr 2026 auf 10 % angehoben. Die Auslieferungen sollen sich damit auf nahezu 20 Millionen Geräte belaufen. Dank umfassender vertikaler Integration in Materialbeschaffung und Fertigung wird TCL voraussichtlich seine Führungsposition in diesem Segment behaupten und mit einem Marktanteil von über 30 % neue Maßstäbe im Mini-LED-TV-Markt setzen.


